Ortsverbände Göttingen und Osterode sind enttäuscht

Kein Startschuss für Neubau beim THW: Container sind weiter die Notlösung

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THW-Unterkunft als Containerlösung: Seit Ende 2014 muss der Göttinger Ortsverband mit diesem Provisorium leben.  

Göttingen/Osterode. Die Helfer der Ortsverbände Göttingen und Osterode des Technischen Hilfswerks (THW) sind maßlos enttäuscht: Seit vielen Jahren warten sie vergeblich auf neue Unterkünfte.

Jetzt haben die Chefs der beiden Ortsverbände, die Ortsbeauftragten Gunnar Nußbeck (Göttingen) und Carsten Schmidt (Osterode), ihrem Unmut Luft gemacht. In dem Schreiben, das auch an Bundes- und Kommunalpolitiker, an die THW-Leitung, an drei Bundesministerien sowie an die für Baufragen zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ging, fragen sie „Wie viel ist das THW in Südniedersachsen noch wert?“.

Besonders schwierig ist die Situation für die 60 Aktiven in Göttingen: Dort musste 2014 die bisherige Unterkunft aufgrund von Baufälligkeit und aus Brandschutzgründen gesperrt werden. Fast ein Jahr gab es nur eine Lösung mit mobilen Toiletten in der Fahrzeughalle.

Provisorium

Ende 2014 wurden als provisorische Lösung Container als Unterrichts-, Büro- und Umkleideräume auf dem Gelände an der Industriestraße aufgestellt. Dabei handelt es sich allerdings um „fliegende Bauten“, die laut Ortsverband nur befristet bis 2020 genutzt werden dürfen. Die Fachgruppe Trinkwasserversorgung muss auswärts untergebracht werden: „Da hier hohe Anforderungen an die Hygiene gestellt werden, ist ein Neubau dringend erforderlich“, heißt es in dem offenen Brief.

Ein Neubau wurde dem Göttinger Ortsverband immer wieder zugesagt, auch von Bundestagsabgeordneten aus Südniedersachsen, denn das THW ist die Kastatrophenschutzorganisation des Bundes. Bislang gab es aber noch nicht den erhofften Startschuss für das Projekt.

Beengte Verhältnisse

Probleme auch in Osterode: Der dortige Ortsverband muss mit völlig beengten Verhältnissen fertig werden. In der Unterkunft gibt es keinen ausreichenden Raum für die Helferschaft und deren Ausbildung, die Jugendarbeit sowie die weiblichen Mitglieder. Weiterhin fehlen Lagermöglichkeiten und in der Fahrzeughalle „fällt der Putz von der Decke“. Auch diese Aktiven warten seit Jahren auf einen Neubau.

„Das solche Neubauten nicht innerhalb eines Jahres realisierbar sind, ist jedem von uns klar. Aber diese Verfahren laufen nicht erst seit gestern“, erklären Nußbeck und Schmidt. Außerdem weisen sie darauf hin, dass die passenden Gelände für die Neubauten noch vorhanden sind.

„Aber wenn der Bund diese nicht erwirbt, können andere an uns vorbeiziehen“, heißt es weiter. „Und wenn sich was tut, ist es meist ein Rückschritt, da aus nicht nachvollziehbaren Gründen das ganze Verfahren weiter verzögert wird“, heißt es in dem Brief. 

Das sagt die THW-Leitung: Ortsverbände müssen Unterkünfte bekommen

Beide Ortsverbände müssen aus Sicht des THW neue Unterkünfte bekommen.

„Ohne Zweifel, für den Ortsverband Osterode muss dringend eine neue Unterkunft gebaut werden“, heißt es in einer Stellungnahme der THW-Leitung und der Göttinger THW-Geschäftsstelle. Der Auftrag hierzu wurde laut THW bereits 2015 erteilt, konnte aber aus verfahrenstechnischen Gründen bisher nicht umgesetzt werden. Trotz diverser Bemühungen, auch aus der Landes- und Bundespolitik, ist es bisher nicht gelungen, den Termin für den ersten Spatenstich anzukündigen. Insofern sind die im offenen Brief erhobenen Probleme nachvollziehbar. Sie können aber nach wie vor nicht befriedigend gelöst werden. In Göttingen stellt sich die Situation leider ähnlich dar.

THW-Präsident Albrecht Broemme

Dazu sagt THW-Präsident Albrecht Broemme: „Ich teile die Sorgen der Ortsverbände Osterode und Göttingen und erwarte trotz der schlechten baulichen Situation eine fortgesetztes Engagement. Was die Ortsverbände auch beim jüngsten Hochwasser in Südniedersachsen unter Beweis gestellt haben. An der Lösung wird auf mehreren Ebenen gearbeitet.“

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