Altbau wird abgerissen und neu gebaut

Kein Umzug: Neues Gebäude fürs Göttinger Hainberg-Gymnasium

Traditionsreich und beliebt: Das Hainberg-Gymnasium (HG)
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Traditionsreich und beliebt: Das Hainberg-Gymnasium (HG) am Friedländer Weg soll um einen Neubau im rückwärtigen Bereich erweitert werden, gebaut wird auf dem Sportplatz.

Im Winter eiskalt, im Sommer brütend heiß ist es in einem 1962 errichteten und zweimal erweiterten Nebengebäude des Göttinger Hainberg-Gymnasiums am Friedländer Weg 19.

Göttingen – Die Fenster sind aus Sicherheitsgründen fest verriegelt. Seit 15 Jahren drängt die Schule auf eine Sanierung. Nun soll das nicht mehr tragfähige Gebäude durch einen Neubau ersetzt werden.

Zuvor hatte die Stadtverwaltung auch in Person von Schuldezernentin Maria Schmidt (Grüne) als zukunftsträchtige Alternative einen kompletten Umzug des „HG“ gedanklich durchgespielt – weiter in Richtung Süden der Innenstadt. Die SPD im Stadtrat wollte das nicht. Die Verwaltung schwenkte nun um. Das HG wird am Friedländer Weg bleiben und erneuert werden. „Wir hoffen, dass die Stadt die Planungsaufträge im Frühjahr ausschreibt“, sagt Schulleiter Georg Bartelt. Dann könnten die Bauarbeiten 2023 auf dem derzeitigen Sportplatz beginnen und, wenn es gut läuft, zwei Jahre später beendet werden. Im Anschluss würde der Altbau aus den 60er-Jahren abgerissen. In ihm befinden sich auch noch die Räume für den naturwissenschaftlichen Unterricht, Klassenzimmer der Oberstufe sowie Bibliothek und Mensa. Zukünftig würden auf diesem Areal neue Freiflächen entstehen.

„Ein paar Fragen sind noch zu klären“, betont Bartelt. So ist offen, ob das „HG-Junior“, die Hermann-Nohl-Schule, mit den Klassen 5 und 6, vom derzeitigen Standort an der Immanuel-Kant-Straße ebenfalls in den Neubau ziehen kann. Wahrscheinlich wird der Platz dafür aber nicht ausreichen.

Befassen wird sich mit dem Projekt ein Braunschweiger Architektenbüro in einer Standortuntersuchung, die bis Mitte April beendet sein soll. Vermeiden will die Schule, in der es laut Bartelt „brutal eng“ ist, eine „jahrelange Zwischenlösung“ mit Containern.

Ein Neubau als Altbauersatz am Friedländer Weg hat sich als „die realistischste und wirtschaftlichste Variante“ herausgestellt, erklärte die Verwaltung im städtischen Schulausschuss. Sie folgte damit einem Antrag der SPD, andere Alternativen zu verwerfen. Damit ist die Idee, die gesamte Schule auf der Grünen Wiese neu zu errichten, vom Tisch, worüber man im HG nicht böse ist, im Gegenteil: „Dagegen haben wir uns vehement gewehrt“, sagt Bartelt. Auch die Idee eines Umzugs in die Käthe-Kollwitz-Schule wurde verworfen. Diese ist zu klein, um das fünf-, in einigen Jahrgängen sogar sechszügige Gymnasium mit seinen heute 1300 Schülern und 110 Lehrern aufzunehmen.

Georg Bartelt freut sich über diese aktuelle Entwicklung. „Wir haben jahrelang still gehalten“, berichtet der Schulleiter. Mit der zeitweisen Verkürzung der Schulzeit von Abiturienten von 13 auf zwölf Jahre habe sich der Raumbedarf am Friedländer Weg eine Weile entspannt.

Zudem habe es vorübergehend so ausgesehen, als ob die Schülerzahlen rückläufig seien. Für Unsicherheit hätten zudem Überlegungen eines Ausbau des Gesamtschulangebots in Göttingen gesorgt. Schließlich sei der finanzielle Spielraum der verschuldeten Stadt bis 2018 „sehr eng“ gewesen. (Michael Caspar Und Thomas Kopietz)

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