Keine Angst vor Fremden

"Großer Wolf & kleiner Wolf“: Kinderstück im DT

Abwarten, Tee trinken: Der große Wolf und der kleine Wolf im gleichnamigen Stück werden gespielt von den erfahrenen DT-Akteuren Karl Miller (rechts) und Gerd Zinck . Foto:  Säckl/nh

Göttingen. Keine Sekunde wegschauen: Das ist die Vorgabe für Zuschauer bei dem neuen Kinderstück des Deutschen Theaters „Großer Wolf & kleiner Wolf“.

Göttingen. Keine Sekunde wegschauen: Das ist die Vorgabe für Zuschauer bei dem neuen Kinderstück des Deutschen Theaters „Großer Wolf & kleiner Wolf“.

Denn sonst läuft man Gefahr, einen der vielen Gags zu verpassen. Das 45-minütige Stück nach einem französischen Bilderbuch von Nadine Brun-Cosme und Olivier Tallec kommt fast ohne Sprache aus. Stattdessen gibt es Mimik en Masse und jede Menge Laute.

Der große Wolf (Karl Miller) lebt alleine im Wald, hat seinen geregelten Tagesablauf und fühlt sich darin wohl. Dann taucht der kleine Wolf (Gerd Zinck) auf und wird zunächst als Konkurrenz, Bedrohung und Störfaktor empfunden. Als er nach ein paar Tagen weg ist, versucht der große Wolf, in seiner alten Routine die gewohnte Zufriedenheit wiederzufinden, aber es gelingt ihm nicht.

Mit der Zeit fehlt ihm der kleine Wolf immer mehr. Er war am Ende tatsächlich eine Bereicherung. Daher ist die Freude kaum auszuhalten, als sich die beiden wiederfinden.

Millers und Zincks Performance ist genial, ihre Mimik, ihre Gestik, ihr Körpereinsatz einfach umwerfend. Und die Körpergröße prädestiniert beide für ihre Rolle: großer Wolf (Miller) und kleiner Wolf (Zinck).

So kommt der Zuschauer aus dem Lachen kaum raus. Kinder wie Erwachsene spendeten nach der ausverkauften Premiere Minuten lang Beifall.

Bühnenbild, Requisite und Kostüme strotzen vor witzigen und überraschenden Einfällen, die hier nicht verraten werden. Sie stammen von Johannes Frei. Die Musik ist von Michael Frei. Regie führte Lisa van Buren, Dramaturgin war Sara Örtel, Bernadette Ott hatte das Buch übersetzt.

Das Zweipersonenstück, das für Kinder ab vier Jahren geeignet ist, wird mehrmals im März und April im oberen Bellevue-Foyer im Deutschen Theater gespielt.

Ein Tipp für Erwachsene: Gehen Sie rein, auch wenn Sie kein Alibi-Kind zur Hand haben. Man amüsiert sich köstlich und kann ganz nebenbei dazulernen.

Von Anne-Lise Eriksen

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