Bauausschuss ist gegen Verwaltungsplan und empfiehlt Verhandlungen mit der Bahn

Keine Automaten fürs Fahrradparkhaus

Kopietz

Göttingen. Das Göttinger Fahrradparkhaus soll nun doch nicht automatisiert werden. Kunden sollen auch künftig einen persönlichen Service erhalten.

Dafür sprach sich der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung aus. Ursprünglich hatte die Verwaltung geplant, die persönliche Betreuung zurückzufahren und durch einen Automaten zu ersetzen.

Das Gremium folgte damit einem Antrag der SPD-Ratsfraktion. Abschließend muss der Rat darüber entscheiden.

Auch der Betreiber des Fahrrad-Geschäftes Marco-Bikes und gleichzeitig des städtischen Fahrrad-Parkhauses, Marco Heinemann, spricht sich gegen einen automatischen Betrieb aus. „Die negativen Folgen würden überwiegen“, sagte Heinemann vor den Ausschussmitgliedern. Er sieht die Gefahr, dass bei einer Automatisierung Fahrräder gestohlen werden. Das Parkhaus wird durch Mitarbeiter von Marco Bikes bisher mittels Video-Anlage überwacht.

Auch sei die persönliche Betreuung der Kunden ein wichtiges Marketing-Instrument. Das hatte Heinemann, der ein weiteres Fahrradgeschäft im Altdorf von Geismar betreibt, schnell gemerkt, nachdem er im Januar die Parkhaus-Bewirtschaftung übernahm.

Die Auslastung war nach seinen Angaben rasch um bis zu 20 Prozent gestiegen, auch weil er die Kundschaft wieder individuell stärker betreut hatte.

Für Heinemann ist das Fahrradparkhaus eine bedeutende Infrastruktur-Einrichtung, auch als Ergänzung zum Drehkreuz Bahnhof.

Wie wichtig die Verknüpfung mit dem Bahnverkehr ist, zeigte laut Heinemann die Nutzung des Parkhauses während der Streikphasen. „Da war so gut wie nichts im Parkhaus los.“

Eine Beteiligung der Deutschen Bahn an dem Angebot, dass bundesweit gelobt wird, könnte für den Bauausschuss die Lösung des Finanzierungsproblems sein

Das Bahnhofsmanagement hatte bislang eine Kostenbeteiligung offenbar mit dem Hinweis abgelehnt, dass das Fahrrad-Parkhaus nicht ihr Geschäftsfeld sei, wie im Bauausschuss bekannt wurde.

„Die Stadtverwaltung soll nun das Gespräch mit der Bahn-Konzernspitze in Berlin beziehungsweise in Frankfurt am Main suchen“, forderte Bauausschussvorsitzender Christian Henze (SPD) unmissverständlich.

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