Keine Grippewelle in Göttinger Krankenhäusern

Manchmal auch Anlaufstelle für Grippe-Patienten: Die Notaufnahmen in Kliniken – hier im Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende. Foto: Rampfe/nh

Göttingen. Einige Krankenhäuser in Niedersachsen klagen darüber, dass sich viele Grippe-Erkrankte direkt in die Notaufnahmen begeben. Das führe zu Überlastungen. In Göttingen ist das nicht der Fall.

Die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft berichtet von einer angespannten Situation in den Notaufnahmen. Viele Grippe-Kranke stellten sich nicht dem Hausarzt vor, sondern suchten direkt die Notaufnahme in Krankenhäusern auf. Problem: Auch dort hat vielerorts die Grippe zugeschlagen, Mitarbeiter sind erkrankt, die Personaldecke ist dünn. „Bei uns gibt es ein durchaus verstärktes Aufkommen an Influenza, aber nicht dramatisch“, sagt Stefan Weller, Pressesprecher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). In den vergangenen vier Wochen sind im Uni-Klinikum 20 Patienten mit der Diagnose Influenza betreut worden. Darunter waren sieben Kranke, die auf der Spezialstation auch intensivmedizinisch behandelt werden mussten. Die meisten Patienten seien wieder zu Hause, teilte Weller auf HNA-Anfrage mit.

In der Notaufnahme jedenfalls werde im Moment „noch keine vermehrte Aufnahme von Grippe-Patienten im Vergleich zum Vorjahr registriert.

Auch in der zweitgrößten Klinik Südniedersachsens, dem Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende mit dem angegliederten Krankenhaus Neu-Mariahilf gibt es keine Patientenflut bedingt durch die Grippewelle. „Derzeit haben wir keine nachgewiesenen Influenza-Fälle im Krankenhaus Neu-Mariahilf und im Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende“, sagt Pressesprecher Stefan Rampfel. Der Personal-Krankenstand im „Weender“ sei saisonbedingt etwas höher als normal. „Es gibt aber keine Probleme bei der Krankenversorgung“, teilt Rampfel mit.

Einen für die Jahreszeit typischen, höheren Krankenstand auf den Stationen und in einzelnen Kliniken verzeichnet auch die Universitätsmedizin. „Das ist saisonbedingt nicht ungewöhnlich, in der Pflege gibt es teilweise schon eine angespannte Situation“, sagt Stefan Weller.

Für die Uni-Klinik und das Weender Krankenhaus gilt also das Fazit, das Stefan Rampfel zieht: „Bislang ist das also ein ganz normales Jahr.“

Anders sieht es in hessischen und bayerischen Krankenhäusern aus: Medienberichten zufolge seien die Notfallaufnahmen in einigen kommunalen Krankenhäusern um bis zu 50 Prozent überbelastet – das ist auch eine Folge der Grippewelle.

Von Thomas Kopietz

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