Insgesamt standen 2338,68 Euro Miete aus

Keine Mietzahlung: Studentenwerk Göttingen kündigt Bewohnern der Roten Straße 3

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Bedauert die fristlose Kündigung: Prof. Dr. Jörg Magull, Chef des Göttinger Studentenwerks. 

Göttingen. Das Göttinger Studentenwerk hat den Mietern des Wohnheims Rote Straße 3 fristlos gekündigt. Die Bewohner des Hauses hatten drei Monate keine Miete bezahlt. Jetzt wurde das fehlende Geld schnell von den Studenten angewiesen.

Selbstverwaltetes Objekt

Die Außenstände beliefen sich auf 2338,68 Euro. Bei dem Wohnheim handelt es sich um ein selbstverwaltetes Objekt, bei dem die Mieter gemeinschaftlich als „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“ (GbR) auftreten. Das Konstrukt gibt es auch bei den Wohnheimen in der Roten Straße 1, 2, 4, 5 und 52. Bis auf das Haus Rote Straße 3 gibt es in den übrigen Häusern dieses Areals keinerlei Probleme mit den Mietzahlungen, betont Prof. Dr. Jörg Magull, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Studentenwerks Göttingen.

Klärendes Gespräch

Der säumige Mieter „GbR Rote Straße 3“ hatte laut Studentenwerk für die Monate Dezember sowie Januar und Februar die Grundmiete und die Betriebskosten nicht gezahlt. Ein Grund für die Nichtzahlung sei dem Studentenwerk zu keinem Zeitpunkt mitgeteilt worden. Bei einem klärenden Gespräch war am Dienstag herausgekommen, dass die GbR irrtümlich davon ausgegangen war, dass das Geld überwiesen worden war.

Mahnschreiben

Die Mietbuchhaltung hatte laut Studentenwerk am 30. Januar ein Mahnschreiben an die „Wohngemeinschaft Rote Straße 3“ gerichtet, obwohl dies „mietrechtlich nicht erforderlich gewesen“ wäre. Diese Mahnung war von den Studenten irrtümlich nicht registriert worden. 

Pünktliche Zahlung

Allerdings kann die Zahlung vom Dienstag erst am Mittwoch per Bankauskunft vom Studentenwerk überprüft werden. Die Einrichtung stellte gegenüber den Studenten klar, dass in Zukunft die „Mieten pünktlich bezahlt werden und Mahnungen ernst genommen“ werden müssen.

Einhaltung der Verträge

Magull: „Verträge und Zahlungsbedingungen müssen eingehalten werden und stellen die Grundlage für gute Beziehungen zueinander dar.“ Sollte am Mittwoch der Eingang der ausstehenden Mietzahlungen festgestellt werden, so will das Studentenwerk Göttingen die fristlose Kündigung zurückziehen.

Gründe für Zahlungsverzug

Die Mieter des Wohnheims meldeten sich am späten Nachmittag zu Wort: Für die nicht fristgerechte Zahlung habe es verschiedene Gründe, unter anderem Auszüge, gegeben. Allerdings sei dies in der langen Vergangenheit des Hauses immer mal wieder vorgekommen. "Das Studentenwerk war bisher aber immer sehr kulant, da es wusste, dass der Verein, der unsere Miete zahlt und die Untermietverträge ausstellt, zuverlässig zu einem späteren Zeitpunkt nachzahlt", heißt es in einer Pressemitteilung.

Keine Kommunikation

Eine Bewohnerin dazu: "Wir finden es schade, dass das Studentenwerk ohne jegliche Kommunikation juristische Schritte einleitet, aber der Umgang mit der Humboldtallee 9 und der Goßler Straße 17a zeigen, dass der Anwalt für Jörg Magull das Mittel der Wahl zu sein scheint"

Unabhängig von dem aktuellem Fall gibt es derzeit eine Auseinandersetzung zwischen dem Studentenwerk und der Wohnrauminitiative. Sie wehrt sich gegen aus ihrer Sicht zu starke Mieterhöhungen.

4440 Plätze

Derzeit unterhält das Studentenwerk in Göttingen 4440 Plätze in 41 Wohnheimen. (bsc)

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