Ärger über Regelung

Keine Unterstützung: Macher des Jungen Theater aus Göttingen sind sauer

Das Junge Theater in Göttingen
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Ehemalige Voigt-Schule an der Bürgerstraße in Göttingen: Dort ist das Junge Theater zu finden.

Als „Privattheater“ hat das Junge Theater in Göttingen gehofft, von Förderungen des Bundes in der Corona-Krise zu profitieren. Doch das Geld fließt nicht.

Göttingen – Wieder fallen wir durch ein Förderprogramm, wieder stellen wir uns so langsam die Frage, ob wir als Theater auf den Ebenen der Verwaltungen und der Kulturpolitik überhaupt existieren“, sagt Intendant Nico Dietrich.

„Wir sind es leid, ständig vollmundige Behauptungen von Hilfen in der Presse zu lesen und am Ende kommt nichts bei uns an“, so Dietrich.

Das Junge Theater Göttingen, das beim Bühnenverein als Privattheater geführt wird, ist deshalb mehr als verärgert. „Wieder werden Hilfen für Kultureinrichtungen durch das Kulturstaatsministerium vollmündig angekündigt und am Ende fallen das Theater und seine Künstler durchs Raster und das, obwohl für eine Förderung aller Privattheater ausreichend Geld bereitgestellt wird.“ JT-Geschäftsführer Tobias Sosinka: „Aus Sicht des Jungen Theaters Göttingen ist das Programm ein Etikettenschwindel.“

Voraussetzung für eine Förderung ist laut Deutscher Bühnenverein, dass die Antragstellenden nicht überwiegend öffentlich finanziert werden und einen regelmäßigen Spielbetrieb über mindestens zwei Spielzeiten vorweisen können.

Nach eigenen Angaben wird das Junge Theater mit bescheidenen 743 000 gefördert – davon kommen von der Stadt Göttingen 680 000 Euro, vom Landkreis Göttingen 55 000 und vom Landschaftsverband Südniedersachsen 8000. Das Land Niedersachsen fördert nicht. „Die Gesamtförderung reicht nicht aus, um die niedrigen Löhne seiner Mitarbeiter zu zahlen“, sagen die Macher de Jungen Theaters. Die Finanzierung gelinge nur, weil das Theater seit 2014 erfolgreich wirtschaftet.

Bundestagsabgeordneter Fritz Güntzler (CDU) weist die Kritik zurück: Das Junge Theater lebe erheblich von öffentlichen Zuschüssen. So erhalte die Einrichtung derzeit sogar einen Defizitausgleich von der Stadt. (Bernd Schlegel)

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