Keine Waffen direkt bei Göttinger Terror-Verdächtigen gefunden

+
Am 9. Februar sichergestellt: Fahnen und Waffen, die aber nicht den festgenommenen Göttinger Terrorverdächtigen gehören, wie jetzt die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Staatsanwaltschaft: Im Fall der Anfang Februar unter Terrorismusverdacht in Göttingen festgenommenen Männer gibt es Zweifel an bisherigen Darstellungen, auch daran, dass sie einen Anschlag geplant hätten, wie Polizei und Innenministerium gemeldet hatten.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Celle vom Donnerstag wurden bei dem 27-jährigen Algerier und dem 23 Jahre alten Mann aus Nigeria, die jetzt abgeschoben werden sollen, keine Waffen gefunden. Das betreffe auch sonstige Gegenstände, „die auf die Vorbereitung eines Anschlags deuten könnten“, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde.

Die Generalstaatsanwaltschaft Celle bekräftigte gleichzeitig ihre Ansicht, dass es keine belastbaren Hinweise auf konkrete Anschlagsvorbereitungen gegeben habe. Der Anfangsverdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat oder einer sonstigen Straftat habe nicht begründet werden können. Deshalb seien die Voraussetzungen für die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen die beiden Männer auch nicht gegeben gewesen.

Die Celler Behörde bestätigte damit Angaben der Göttinger Rechtsanwältin Susanne Themann, die den Mann aus Algerien vertritt. „Es gab gar keine Anschlagspläne“, sagte die Juristin. Sie berief sich dabei auf die Ermittlungsakten der Polizei. Telefonische Äußerungen ihres Mandanten „mit religiösem Bezug“ seien von den Beamten als „salafistisches Gedankengut“ interpretiert worden. Angehörige des Algeriers bestritten zudem Verbindungen des Mannes zum radikalen Islamismus.

Am 9. Februar hatten 450 Polizeibeamte elf Wohnungen in Göttingen und eine Wohnung Kassel durchsucht und die beiden Verdächtigen in Gewahrsam genommen.

Nach den Worten von Göttingens Polizeichef Uwe Lührig bestand die Gefahr eines schweren islamistisch motivierten Anschlags.

Die Beamten präsentierten auch Waffen und Munition, die bei der Durchsuchung sichergestellt worden seien. Darunter waren scharf gemachte Schreckschusswaffen, Munition, eine Machete und schwarze Fahnen mit arabischen Schriftzeichen. Eine Polizeisprecherin in Göttingen sagte, die Beamten hätten seinerzeit nicht nur die Wohnungen der beiden Verdächtigen durchsucht. Die Gegenstände seien „im Rahmen des gesamten Polizeieinsatzes“ sichergestellt worden. (epd/tko)

Lesen Sie dazu auch:

Anwältin: Algerier aus Göttingen plante keinen Anschlag

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.