Göttingen

„Kennen Sie Bürger?“: Junges Theater Göttingen zeigt Premiere von „Bürgerdenkmal“ vor Publikum

Auf der Bühne spielen vor Kulissen aus Kartons in Kostümen von links Agnes Giese, Jens Tramsen, Steffen Ramswig und Jan Reinartz setzen das „Bürgerdenkmal“ von Peter Schanz auf der Bühne um.
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Der „Autor für alle“: (von links) Agnes Giese, Jens Tramsen, Steffen Ramswig und Jan Reinartz setzen das „Bürgerdenkmal“ von Peter Schanz auf der Bühne um.

Das Stück über das kurze, aber turbulente Leben eines der einst gefragtesten deutschen Literaten – der sogar in Göttingen wohnte – feiert am 24 Juni Premiere und zwar vor Publikum.

Göttingen – Nach mehr als acht Monaten ist es endlich wieder soweit: Premierenzeit vor Publikum im Theatersaal des Jungen Theaters (JT). „Bürgerdenkmal“, geschrieben und inszeniert von Peter Schanz, zeigt die Geschichte des berühmten Dichters Gottfried August Bürger. Am Donnerstag, 24. Juni um 20 Uhr, wird das Stück uraufgeführt.

Kennen Sie Bürger? Nein? Die Antwort überrascht nicht. Gottfried August Bürger war einst die heißeste Nummer im deutschen Literaturbetrieb, hatte Erfolg wie kein Zweiter. Auch die Bürgerstraße, eine der großen Hauptverkehsstraßen der Unistadt, verdankt ihren Namen ihm.

Und doch ist sein Name vielen Menschen heutzutage kein Begriff mehr – Goethe und Schiller sei Dank. Die beiden sorgten dafür, dass er nachhaltig aus der literarischen Öffentlichkeit verschwand.

„Bürgerdenkmal“ vom Jungen Theater Göttingen: Ein kurzes, aber turbulentes Leben

Bis jetzt. Denn Autor und Dramaturg Peter Schanz hat sich mit dem einstigen Popstar des Literaturbetriebs intensiv beschäftigt. „Mir ist Bürger als Germanist nie wirklich nahe gekommen“, erzählt Schanz im Theatersaal des JT – an der Bürgerstraße.

Dabei bietet das kurze, aber turbulente Leben des gescheiterten Bürgers (1747 bis 1794) genug Stoff für einen tollen Theaterabend: Es geht um seine Gedichte wie „Lenore“, um Frauengeschichten, toxische Männlichkeit, windige Abenteuer – und um Göttingen.

Ein kleiner Einblick ins „Bürgerdenkmal“: Jan Reinartz (links) und Agnes Giese, eben noch selber Bürger, nun als Bedienstete des Schriftstellers.

Bürger studierte Jura in der Unistadt, wohnte unter anderem in Gelliehausen, Niedeck, Wöllmarshausen und bis zu seinem Tod schließlich direkt in Göttingen. Bürger liebte und litt – und das gern öffentlich.

„Bürgerdenkmal“ vom Jungen Theater Göttingen: „mehr Abstand zu ihm gewünscht“

Das machte ihn einerseits interessant, „andererseits hätte man sich manchmal auch gern mehr Abstand zu ihm gewünscht“, sagt Peter Schanz. Nach heutigem Stand würde man ihn wohl als manisch-depressiv einstufen.

Auf die Bühne bringen diese Dialektik Agnes Giese, Jan Reinartz und Jens Tramsen. Musikalisch werden sie dabei von Steffen Ramswig unterstützt. Schanz erzählt das Leben Bürgers in Bildern. Die drei jonglieren dabei mit den Figuren, mal sind sie alle drei als Bürger auf der Bühne, mal ist es nur einer.

Karten sind an der JT-Theaterkasse erhältlich (freitags und samstags von 11 bis 14 Uhr geöffnet), unter Tel. 05 51/ 49 50 15 oder per E-Mail an kasse@junges-theater.de. (Melanie Zimmermann)

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