"Mother Africa"

Tanzshow in der Stadthalle stellt afrikanische Klischees auf den Kopf

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Ein bunter Mix aus Tanzeinlagen und Showeinlagen: „New Stories from Khayelitsha“ bringt die Lebensfreude des südafrikanischen Townships auf die Bühne in der Göttinger Stadthalle.

Göttingen. Haben die Townships, die Armenviertel in Südafrika auch ihre positiven Seiten? Ja, sagt Hubert Schober, Produzent der Tanz- und Bühnenshow "Mother Africa – New Stories from Khayelitsha". 

Auf der Deutschland-Tournee machen Schober und seine afrikanischen Künstler am Mittwoch, 31. Januar, um 20 Uhr auch in der Göttinger Stadthalle Station.

Khayelitsha (übersetzt „Unsere neue Heimat“), das ist eines der größten Townships in Südafrika, etwa 30 Kilometer von Kapstadt entfernt. Dort wohnen etwa zwei Millionen Menschen verschiedenster Kulturen auf engstem Raum, oft in Hütten aus Blech, Holz oder Pappe. Mit dieser Kulisse spielen auch die Regisseure Winston Ruddle und Ulrich Thon in „New Stories from Khayelitsha“. Dabei stellen sie das gängige Afrika-Bild augenzwinkernd auf den Kopf oder karikieren es.

„In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren die Townships das Resultat einer unmenschlichen Rassenpolitik. Heute sind sie ein symbolisches Bild für unsere Wahrnehmung von Afrika“, sagt Ruddle. „Natürlich gibt es in Teilen Afrikas schreckliche Kriege und Konflikte, Hochburgen der Armut, Orte voller Sorge und Depression – aber ebenso gibt es Festplätze purer Lebensfreude.“ Und genau diese Lebensfreude wird mit der Zirkus-Show den Zuschauern nähergebracht.

„Kaum einer kann sich vorstellen, wie viel Lebenslust, Freude, Ausgelassenheit und Unbeschwertheit sich die Menschen in diesen ärmlichen Verhältnissen bewahrt haben, sodass Sie jeden Tag feiern, als gäbe es kein Morgen“, erzählt Produzent Hubert Schober im Gespräch mit der vermarkenden Konzertagentur.

Das Bild, das in „New Stories of Khayelitsha“ gezeichnet wird, ist tatsächlich nicht weit von der Realität entfernt, wie Noluyanda Mqulwana erklärt. Die Choreografin und Tänzerin der Show stammt aus dem Township. „Gerade am Sonntag ist es eine Herausforderung: Aus der Kirche dringt laute Musik in die Straßen, im Nachbarhaus probt eine Band und ein Haus weiter spielt ein DJ House-Music“, berichtet Mqulwana.

„New Stories of Khayelitsha“ ist gewissermaßen die Fortsetzung von Khayelitsha – My home“, das 2014 uraufgeführt wurde. Schober erklärt, was neu ist: „Nachdem der erste Durchlauf mit diesem Thema allen Beteiligten so viel Freude bereitet hatte, wollten wir das Thema an sich beibehalten. Wir wählen also erneut einen Marktplatz eines Townships als Bühnenkulisse. Was sich jedoch dort abspielt, ist komplett neu. Das heißt wir arbeiten mit neuen Artisten, mit neuen Tänzern und natürlich auch mit neuer Musik und Kostümen.“

Karten an allen örtlich bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse sind noch erhältlich.

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