Aktion in den Sommerferien

Kieselrot: Stadt Göttingen entsorgt den Sportplatzbelag

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Eine mit Kieselrot belastete Sportanlage: Viele von ihnen wurden nach Bekanntwerden der Probleme zunächst gesperrt. Jetzt wird die Schlacke, die in Göttingen an drei Plätzen gelagert wurde, fachgerecht entsorgt.  

Göttingen. Belag, der früher auf Sportplätzen lag, wird in den Sommerferien auf eine spezielle Deponie gebracht. Für die Kieselrot-Entsorgung gibt die Stadt 800 000 Euro aus.

Bisher wird der Kieselrotbelag im Stadtgebiet an drei Standorten gelagert. Für die Entsorgung wird das Material in Container geladen und zu einer Verwertungsanlage transportiert. Dort wird der Kieselrot bei hohen Temperaturen gereinigt. Der Rat der Stadt hatte im Dezember vergangenen Jahres einer überplanmäßigen Ausgabe von 850 000 Euro zugestimmt.

Zunächst war das Lager am Maschpark an der Reihe. Die Entsorgung soll inzwischen abgeschlossen sein. Derzeit ist die Abfuhr des Materials im Bereich der Astrid-Lindgren-Schule an der Reihe . Vom 17. bis 20. Juli ist schließlich das kleine Kieselrotdepot an der Voigt-Realschule an der Reihe.

Dioxinverunreinungen

Nachdem Anfang der 1990er Jahre bekannt wurde, dass der auf drei Spiel- und Sportplätzen im Stadtgebiet genutzte Kieselrotbelag Dioxinverunreinigungen enthält, wurden diese Böden im Göttinger Stadtgebiet gesichert. Es handelt sich dabei um Flächen im Bereich der Astrid-Lindgren-Schule (Backhausstraße), der Voigt-Realschule (Theodor-Heuss-Straße) und am Maschpark (Maschmühlenweg). Die Sicherung erfolgte nach umweltrechtlichen und technischen Vorgaben, die nach Angaben der Stadt bis heute gültig sind.

Eine Anfrage des Schulelternrates und des Fördervereins der Astrid-Lindgren-Schule in Grone gab der Stadt den Anstoß, die die Bodenbeschaffenheit der drei sanierten Flächen im November vergangenen Jahres durch einen anerkannten Sachverständigen analysieren lassen. Nach dessen Gutachten bestand durch die Kieselrotbestände auch weiterhin keine Gefährdung.

Zertifizierte Deponie

Um den Kieselrotboden jedoch nun endgültig zu entfernen, lässt die Stadt Göttingen das Material nun zu einer zertifizierten Deponie bringen. Im Dezember vergangenen Jahres wurde von der Stadt eine Info-Veranstaltung für alle beteiligten Einrichtungen organisiert.

Schlacke wurde zu Sportplatzbelag

Als Kieselrot wird eine rote Schlacke bezeichnet, die während des Zweiten Weltkriegs bei einem Verfahren zur Kupfergewinnung anfiel.

In Deutschland wurde die Schlacke in den 1950er und 1960er Jahren laut Online-Lexikon Wikipedia vor allem als Belag für Sportplätze verwendet. Die Dioxin-Belastung von Kieselrot wurde erst 1991 entdeckt.

In der Folge wurden zahlreiche Spiel- und Sportplätze gesperrt und saniert. Kieselrot enthält ein typisches Dioxinmuster. Daneben enthält es weitere giftige Verbindungen.

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