Kinder sollen keine Angst vorm Helfen haben

Erste Hilfe für Kinder: Lilli Babitsch (links) beobachtet, ob Marlene (13, rechts) bei der stabilen Seitenlage alles richtig macht. Foto: Geier

Göttingen. Kinder aus Göttingen lernen, sich um Verletzte zu kümmern und wie sie sich am besten in Notfällen verhalten. Weil Praxis das A und O ist, wurde beim diesjährigen Erste-Hilfe-Tag der Arbeiter-Samariter-Jugend (ASJ) viel geübt.

Ein Unfall ist passiert. Ein Kind liegt bewusstlos am Boden. Was ist jetzt zu tun? „Erst mal den Notruf absetzen“, sagt die zehnjährige Sarah. Diese Aufgabe übernimmt sie gleich selbst. ASJ-Ausbilderin Caroline Schwarze, die an diesem Tag unterrichtet, steht neben ihr. Sie hört aufmerksam zu, ob an die Leitstelle alle wichtigen Informationen bekommt. Wo ist der Unfall passiert? Was ist passiert? Wie viele sind verletzt? Was sind die Verletzungen? – Diese Fragen müssen bei einem Notruf beantwortet werden, denn nur so kann ein Einsatz koordiniert werden.

Währenddessen kontrolliert ASJ-Ausbilderin Lilli Babitsch, ob Marlene das, was sie gerade über die stabile Seitenlage erfahren hat, auch richtig anwendet. Jade spielt die verletzte Person, denn ein echter Unfall hat sich zum Glück nicht ereignet.

Marlene muss zunächst überprüfen, ob die „bewusstlose“ Jade noch atmet. Das ist der Fall. Dann beginnt die 13-Jährige damit, Jade in die stabile Seitenlage zu bringen. Ist das geschafft, soll Marlene prüfen, ob der Atemweg frei ist, muss den Kopf überstrecken und den Mund der „Verletzten“ öffnen. Lilli ist zufrieden mit dem, was sie gesehen hat, sie musste Marlene nur bei wenigen Handgriffe anleiten.

ASB-Jugendkoordinator Andreas Haase organisierte den sechsten Erste-Hilfe-Tag für die Göttingen Kinder. Er ist zufrieden, dass er auch schon einige bekannte Gesichter unter den diesjährigen Teilnehmern hat. „Es ist wichtig, dass die Kinder die Angst vor Verletzungen verlieren und auch wissen, wie sie zu reagieren haben“, erklärt er.

Das Gleiche geht auch den Eltern durch den Kopf. Peter Hammer hat Marlene beim ASB Göttingen vorbei gebracht. Er will, dass seine Tochter sich nicht davor scheut einzugreifen, wenn jemand in Not ist. „Kinder müssen wissen, wie sie reagieren müssen, denn nicht immer ist ein Erwachsener in der Nähe“, pflichtet Tara Dougherty ihm bei. Sie überredete ihre ihre Tochter zu dem Kurs.

Ein bisschen etwas über Erste Hilfe wissen die älteren Kinder bereits und machen fleißig mit. Viereinhalb Stunden dauerte die Erste-Hilfe-Schulung. In dieser Zeit lernten die 13 Kinder alles für den Notfall: Von der Rettungskette über die stabile Seitenlage bis zum richtigen Verbinden von Verletzten.

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