Vorlesungen über Mensch, Tier und Technik

Kinder-Uni vor dem Semesterstart

Voller Hörsaal: Bei den Vorlesungen der Kinder-Uni in Göttingen ist im größten Hörsaal meist kein Platz mehr frei. Das „Studieren“ nehmen viele Schüler der dritten bis sechsten Klassen aus der Region nur zu gern an. Foto: nh

Göttingen. Warum, warum ist die Banane krumm? Kinder sind neugierig, wollen die Welt verstehen. Diesen Wissensdurst nutzt seit mehr als zehn Jahren die Kinderuni Göttingen, um Dritt- bis Sechstklässlern die Wissenschaft nahe zu bringen. Sie startet am 19. November in das Wintersemester.

Anmeldungen sind ab dem 12. November möglich. Für das Vorlesungsprogramm sucht Peter Brammer, Mitinitiator und Projektleiter der Kinder-Uni, immer wieder nach spannenden Themen. Im Wintersemester stehen etwa explosive chemische Experimente, Tests im DLR-Windkanal, Klettern wie eine Spinne und eine Philosophiewerkstatt auf dem Programm. „Wir versuchen auch gezielt aktuelle Forschungsthemen aufzunehmen“, sagt Brammer. So plant der pensionierte Schulleiter bereits für das nächste Sommersemester eine Vorlesung zur Rosetta-Mission. Mitte November soll die Landeeinheit der Raumsonde, die bereits spektakuläre Bilder aus dem All auf die Erde gefunkt hat, auf dem Kometen 67P landen.

Im Wintersemester erfahren die Kinder von Dr. Cornelia Kraus vom Zoologischen Institut, was sie über Hunde als die besten Freunde der Menschen herausgefunden hat. Ebenfalls aktuell ist das Thema von Prof. Florentin Wörgötter, der der Frage nachgeht: Lebendige Roboter – gibt es die?

Probleme bei der Suche nach Dozenten, die vor bis zu 450 Kindern zum Teil komplizierte Sachverhalte in einfachen Worten vermitteln, gibt es nicht. So hat Prof. Uwe Groß, der vor Jahren einmal sehr spannend über Bakterien sprach, erneut zugesagt. „Wer isst denn da von meinem Teller – unser Leben mit Parasiten“, lautet diesmal das Thema des Mikrobiologen. Prof. Cornelius Frömmel sich sogar selbst bei der Kinder-Uni gemeldet und will mit zwei Kollegen von der Universitätsmedizin die Entwicklung vom Holzbein der Piraten zur modernen Hochleistungsprothese erklären.

Die Themen kommen bei den Kindern unterschiedlich gut an, weiß Projektleiter Brammer: „Mädchen interessieren sich eher für Medizin, Jungs für Technik und Naturwissenschaften.“ Sehr begehrt sind die naturwissenschaftlichen Seminare für Jungforscher mit begrenzter Platzzahl. Die seien meist nach nur fünf Minuten ausgebucht, heißt es. Das gilt zum Beispiel für die Workshops im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Kinder auch aus der Region

Damit nicht nur Kinder aus Göttingen in die Hörsäle kommen, werden die Kinder-Uni-Programme auch gezielt an Schulen in den Landkreisen Northeim und Göttingen verschickt. Peter Brammer hofft auf deren Unterstützung. „Die Lehrer wissen oft sehr gut, welche Kinder Interesse hätten.“ (zsh/tko)

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