Für Patienten bis 17 Jahre

Erste Kinderzahnarztpraxis Südniedersachsens eröffnet in Göttingen

Untersuchen Puppe Maggi: (von links) Dr. Sven-Olav Pabel, Dr. Eun-Jin Bibianna Choi und Mira. Foto: Voß

Göttingen. Angst vorm Zahnarzt? „Das muss nicht sein“, lacht Dr. Eun-Jin Bibbiana Choi während sie Stoffpuppe Maggi für die siebenjährige Mira vorbereitet.

Gemeinsam mit Dr. Sven-Olav Pabel betreibt die Medizinerin in Göttingen künftig die erste Kinderzahnarztpraxis für Patienten bis 17 Jahren in Südniedersachsen.

Mit viel Geduld und Engagement wollen die beiden ab sofort ihren jungen Patienten auf spielerische Weise die Angst vor Bohrer, Spritze und Co. nehmen. „Diese Ungeheuer gibt es bei uns auch gar nicht“, betont Dr. Sven-Olav Pabel, „stattdessen arbeiten bei uns Rudi der Rumpler, Schlürfi, und ein Kugelschreiber.“

Um bei ihren Patienten gar nicht Angstgefühle aufkommen zu lassen, verwenden die Mediziner eine Art Geheimsprache für medizinische Gerätschaften. Auch die Betäubungsmittel haben fantasievolle Namen: So gibt es zur lokalen Betäubung Zauberperlen und zum Angstlösen mitunter auch Zauberluft (Lachgas).

Bevor sich die Kinder allerdings zum ersten Mal überhaupt auf eine Zahnarztliege oder einen -stuhl setzen müssen, vergeht mindestens ein Behandlungstermin. „Zunächst müssen wir uns ja erstmal gegenseitig kennenlernen und Vertrauen aufbauen“, erklärt Pabel.

Gerade bei ängstlichen Patienten sei eine ausgiebige Kennenlernphase notwendig, um die Angst vor dem Zahnarzt dauerhaft zu nehmen oder im besten Fall gar nicht erst entstehen zu lassen.

Als probates Mittel bieten die Mediziner daher für ganz ängstliche Kinder eigene Spielstunden an. Unter fachlicher Begleitung dürfen die Angsthasen dann auch selbst einmal zum Bohrer greifen.

Verantwortlich für die weit verbreitete Angst vorm Zahnarzt sind weniger die Praxen und technischen Gerätschaften, als vielmehr die Eltern selbst, vermutet Choi. „Viele Erwachsene übertragen ihre Angst auf ihre Kinder oder verunsichern sie mit Fragen wie ‘Tut es wirklich nicht weh? Mein Kind bekommt ja wohl noch eine Spritze?’“

Aus diesem Grund empfiehlt sie vielen Eltern, ihre Kinder allein in einen der sechs bunten Behandlungsräume gehen zu lassen. „Wenn die Kinder das einmal geschafft haben, ist es für sie ein unglaubliches Erfolgserlebnis“, betont Choi.

Auch die siebenjährige Mira muss den Bohrer heute nicht fürchten. Stattdessen übt sie sich im Zählen der Zähne bei Stoffpuppe Maggi und lernt gleichzeitig ohne Anstrengung viel Neues rund um die richtige Pflege des menschlichen Gebisses. „Auch das ist Zahnmedizin“, sagt Pabel, „Wenn wir alles dafür tun, um gar nicht erst zum Bohrer greifen zu müssen.“

Kontakt: Zahnzauberwelt, Bahnhofsallee 1e, 37081 Göttingen, Tel. 05 51/6 34 10 60, E-Mail: info@zahnzauberwelt-göttingen.de

www.zahnzauberwelt-göttingen.de

Die Zähne richtig putzen: Das kann Karies verhindern

Rund 20 Prozent aller Kinder bis 17 Jahren leiden unter Kariesbefall. Da die Zahnkeime der Milchzähne mitunter auch auf die nachwachsenden Zähne übertragen werden, raten Zahnärzte vom ersten Milchzahn an zur richtigen Mundpflege.

Sie empfehlen zweimal am Tag die Zähne mit altersgerechten Zahnbürsten drei Minuten lang zu putzen. Bei Kinder bis acht Jahren sollten die Eltern dabei sein und gebenenfalls nachputzen.

Um das Kariesrisiko zu senken, sollten süße Getränke und Lebensmittel möglichst gemieden und Kinder frühzeitig an das Trinken aus Bechern und Gläsern gewöhnt werden.

Kleinkinder sollten nicht zu viel Milch in ihre Nuckelflaschen bekommen, da auch Milchzucker Karies verursachen kann. Stattdessen raten Zahnmediziner zur Gabe von ungesüßten Tees oder Wasser.

Zweimal im Jahr sollten die Zähne ärztlich kontrolliert werden. Dies gilt für Kinder und Jugendliche ebenso, wie für Erwachsene.

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