Göttingen: Kinospaß unter freiem Himmel

Open Air Kino am Brauweg in Göttingen läuft noch bis Ende August

Open Air Kino im Freibad am Brauweg in Göttingen: Die Gäste können den Filmspaß unter freiem Himmel genießen und dabei auf bequemen Stühlen Platz nehmen.
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Open Air Kino im Freibad am Brauweg in Göttingen: Die Gäste können den Filmspaß unter freiem Himmel genießen und dabei auf bequemen Stühlen Platz nehmen.

Mund-Nasen-Schutz, weniger Sitzplätze, Stühle auf Abstand: Mit Auflagen läuft die Open-Air-Saison des Kinos Lumière. Der reguläre Spielbetrieb im Lumière und im Kino Méliès startet am 3. September.

Göttingen – An heißen Tagen stehen die ersten Kinobesucher, die teilweise aus Hann. Münden, Northeim und dem Harz anreisen, bereits um 19.30 Uhr vor dem Freibad. Beladen mit Badesachen und Picknickkörben sichern sie sich so einen Platz vorne in der Schlange, um gleich beim Einlass um 20 Uhr hereinzukommen. Sie wollen bis zum Filmbeginn um 21 Uhr noch ein paar Runden im angenehm kalten Wasser schwimmen.

Lumière-Mitarbeiter bauen unterdessen die Leinwand auf. Der Rahmen wird wie eine gewaltige Hüpfburg mit einem großen Gebläse aufgepustet. Andere Helfer stellen unterdessen die Plastikstühle auf. Sie stehen einzeln, in Zweier- oder Dreier-Gruppen. Mit einem Zollstock wird gepüft, ob der Abstand die vorgeschriebenen anderthalb Meter zum nächsten Stuhl wahrt. Gäste dürfen in diesem Jahr keine eigenen Campingstühle mitbringen und es sich auch nicht auf Decken bequem machen. „Wir könnten dann nicht die Einhaltung der Sicherheitsabstände gewährleisten“, erklärt Anna Fuhry vom Kino. Auch so müssen Mitarbeiter Gäste ein ums andere Mal darauf aufmerksam machen, dass die Stühle nicht verstellt werden. Drastisch verringert hat das Kino die Zahl der Plätze – von 1000 auf 300.

Filmvorführer Daniel Birkner öffnet unterdessen die Luke eines Anhängers, der in einiger Entfernung zur Leinwand steht. Dort befindet sich der Projektor. Hinterm Anhänger gibt es einen Stand mit Getränken und Snacks. Auf Popcorn müssen Besucher in diesem Jahr verzichten. „Da bilden sich immer lange Schlangen, das wollen wir vermeiden“, sagt Fuhry.

Die Lumière-Mitarbeiterin freut sich über die gute Resonanz. Die Gästezahl lag – nicht zuletzt auch wegen des guten Wetters – im Schnitt bei 200 Personen. Viele Besucher kommen mehrmals, beobachtet Filmvorführer Birkner. „Ob sich das Angebot, das noch bis zum 29. August läuft, trägt, muss sich allerdings noch zeigen“, meint Fuhry mit Blick auf den größeren Personalaufwand und die geringeren Einnahmen. „Wir sind allerdings froh, dass es überhaupt wieder los geht“, stellt die Mitarbeiterin klar.

Seit dem Lockdown hat das Lumière keine Einnahmen mehr erzielt. Das Lichtspieltheater, das von der Stadt Göttingen gefördert wird, hat vom Land 15 000 Euro Soforthilfe erhalten. Der Vermieter verzichtete auf eine Monatsmiete. Die Beschäftigten gingen in Kurzarbeit. Die Verleiher verlangen derzeit weniger für Filme. Mit Wunschfilmen startet das Kino in der letzten Augustwoche. Das Online-Voting über die Internetseite des Kinos läuft.

Der reguläre Betrieb im Lumière, Geismarlandstraße 19, und im neuen Kino Méliès, Bürgerstraße 13, beginnt dann ab 3. September – mit zwei Drittel weniger Sitzplätzen als sonst.

Weitere Informationen gibt es auf lumiere-melies.de im Internet. (Michael Caspar)

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