Kirchen-Forum am Groner Tor: Einrichtungen sollen 2019 einziehen

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Ort für ein Forum von Kirche und Diakonie: Auf dem geschotterten Parkplatz an der St. Marienkirche, Kommende (rechts) und den Wohnhäusern an der Straße Neustadt plant der Kirchenkreis einen Neubau für viele Dienste und Einrichtungen. Im Hintergrund ist der Turm der St.Johanniskirche zu sehen.

Göttingen. Der Kirchenkreis hat für das Projekt „Forum für Kirche und Diakonie“ einen Architektenwettbewerb ausgerufen. Es geht um ein spannendes Stück Erde in der Nähe am Groner Tor, das seit vielen Jahren brach liegt.

Der Bauplatz

Der notdürftig geschotterte Platz hinter der Kommende und St. Marienkirche an der Straße „Neustadt“ erfreut nur die Autofahrer, die dort innenstadtnah einen Parkplatz finden. Sonst ist der Platz neben dem Parkhaus Groner Tor ein verschenktes Stück kostbaren Baugrunds. Das soll und wird sich ändern: Denn Kirchenkreis und Diakonie werden dort Anfang 2019 ihr Forum beziehen – ein Haus für viele kirchliche Einrichtungen inklusive Anlehnung an die St. Marienkirche. Für ein Forum bietet sich der Platz auch historisch an: Als früherer Sitz des Deutschen Ordens ist es seit dem Mittelalter ein kirchliches Grundstück und im Eigentum des Kirchenkreises.

Zeichen für Kirchenarbeit

„Wäre es das nicht, könnten wir das Projekt vergessen“, sagt Superintendent Friedrich Selter, der im Bau des Forums auch ein Zeichen sieht: Für die Einheit von Kirche und Diakonie und vieler Einrichtungen. Die sind momentan noch über einige Standorte in der Stadt verstreut. „Dafür müssen wir Miete zahlen. Einige Objekte sind auch zu klein geworden, deshalb besteht auch ein Handlungsdruck“, erläutert Selter.

Neben einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderungen des Diakonischen Werk Christophorus sollen in dem Forum auch die Evangelische Familien-Bildungsstätte, die Fachstelle für Sucht und Suchtberatung, die Kirchenkreissozialarbeit, die Geschäftsstelle des Diakonieverbandes und die Leitung des Kirchenkreises einziehen.

Architektenwettbewerb

Der Kirchenkreistag, das Parlament des Kirchenkreises, bringt nun einen Architektenwettbewerb auf den Weg, der vom Bielefelder Büro Drees & Huesmann koordiniert wird. Der Wettbewerb soll nun einen „nachhaltigen und zukunftszugewandten Planungsentwurf“ liefern.

Der Anspruch ist hoch, gilt es doch einen Bogen zu schlagen zwischen den historischen Gebäuden wie St. Marienkirche und Kommende plus Durchgang-Gewölben und den nüchternen Neustadt-Häusern.

Außerdem muss der Neubau natürlich den Wünschen der Nutzer entsprechen.

Kosten-Limit

Allzu sorglos planen dürfen die Architekten im Wettbewerb nicht, denn der Neubau muss in den Kostenrahmen passen, wie Selter sagt: „Gerade bei der Finanzierung eines solchen Großprojektes muss die Kirche, weil sie mit anvertrautem Geld arbeitet – sehr verantwortungsvoll auf die Kosten achten.“ Die Kosten werden jetzt auf etwa rund sechs Millionen Euro beziffert.

Die Auswahl

Der Wettbewerb mit 15 Teilnehmern wird als nichtoffen mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren gestaltet – so geschehen auch beim aktuell viel diskutierten Projekt Kunst-Quartier-Galerie. Gesetzt sind fünf Büros. Aus weiteren Bewerbern werden zehn ausgelost. Die Auslosung erfolgt am 12. Mai. „Ein durchaus übliches Verfahren“, sagt Selter.

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