Wissenschaftler erstellen Studie

Klimawandel und Schädlinge setzen den Klosterforsten zu

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Buchdrucker, eine Käferart aus der Familie der Fichtenborkenkäfer, sitzen auf der Rinde einer Fichte. Sie machen auch den Klosterforsten zu schaffen. Foto:

Der Klimawandel, zunehmende Trockenheit und Schädlingsbefall setzen nach Ansicht des Klosterforsten-Leiters Constantin von Waldthausen den niedersächsischen Wäldern zu.

„Es ist hier einiges aus den Fugen geraten“, sagte von Waldthausen in Sehnde bei Hannover.

Göttinger Wissenschaftler sollen daher in den kommenden Jahren auf einem rund 30 Hektar großen Gebiet der Klosterforsten den idealen Baumbestand für zukunftsfähige Forsten erforschen.

„Das Rezept heißt Mischkultur“, sagte von Waldthausen. Es gelte, verschiedene Nadel- und Laubbaumarten zu kombinieren. Monokulturen seien etwa nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund von Reparationsleistungen an die Alliierten angelegt worden.

Die Umstrukturierung hin zu einem Mischwald werde nach Ansicht des Forstexperten noch einige Jahrzehnte dauern. Reinkulturen begünstigten Schädlingsbefall, wie etwa im vergangenen Jahr den starken Borkenkäferbefall von Nadelbäumen. Auch der Eichenprozessionsspinner bereite immer wieder Probleme.

Seit einigen Jahren sei auch beim Ahorn, der rund fünf Prozent des Klosterforsten-Bestandes ausmacht, die sogenannte Ahorn-Rußrindenkrankheit ausgebrochen. Bei der Pilzkrankheit welkten zunächst die Baumkronen, bis sich im weiteren Verlauf großflächige Lager schwarzer Pilzsporen unter der abplatzenden Rinde zeigten. Der Baum sterbe ab und Weißfäulepilze besiedelten den toten Ahorn.

Vor allem der Klimawandel und die Trockenheit begünstigten die Anfälligkeit der Bäume: In trockenen Phasen verbreiteten sich die Pilzsporen, feuchtere begünstigten wiederum den Ausbruch der Krankheit.

Die Probleme würden jedoch nicht auf alle Baumarten und Regionen zutreffen, erläuterte von Waldthausen. So hätten sich Fichten in der Lüneburger Heide an den Wassermangel durch kleinere Nadeln angepasst, während Buchen große Probleme mit wenig Niederschlag auf normalerweise gut wasserversorgten Böden hätten. Bei der Aufforstung in Mischungen müsse man zudem bedenken, dass einige Bäume schneller wüchsen und es so wieder zu einer Verdrängung kommen könne.

In der Forstwirtschaft müsse vom Ende her geplant werden: „Bei Bäumen denken wir in Jahrzehnten und Jahrhunderten.“ Welche Baumarten auch immer zukünftig angepflanzt würden – sie müssten lange Zeit mit den vorherrschenden Rahmenbedingungen leben können. Zugleich solle die Forstwirtschaft auch weiterhin auf heimische Arten setzen.

„Es kommt auf das ökologische Potpourri an und dazu kann auch weiterhin die Fichte zählen.“ Die Klosterforsten sind einer der größten Forstbetriebe Niedersachsens. Sie bewirtschaften mit elf Revierförstereien eine Waldfläche von insgesamt 25 000 Hektar in Niedersachsen sowie rund 1600 Hektar in Thüringen. epd

Weitere Infos gibt es hier.

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