Mit der Drehleiter zur Bescherung

Klinikum holt kranke Kinder zum Spezial-Einsatz ab

Göttingen. Es war eine spontane Idee, kranken Kindern am 2. Weihnachtsfeiertag eine Riesenfreude bereitete: Die Männer der Feuerwache Klinikum fuhren vor dem Osteingang vor, luden vier Kinder ein, die ihr Weihnachtsfest auf Stationen der Kinderklinik verbringen mussten und fuhren sie zur Feuerwache um die Ecke.

Dort gab es ein spannendes Aktionsprogramm, ein Essen und – natürlich – Geschenke für die Kinder. Thomas Baake und Matthias Wilke von der Klinikum-Feuerwache wollten „einfach einmal den Kindern, die nicht zu Hause Weihnachten feiern können, eine Freude bereiten“.

Dass das nicht schwer ist, wenn schon die Drehleiter und das Löschfahrzeug zum Abholen vorfährt, ist klar. Und dann geht es für Luca (4), Niklas (9), Marlon (5) und Melisa (10) weiter – sie dürfen per Handspritze ein Feuer löschen und sogar mit der Drehleiter in die Luft steigen.

„Ich war auf dem Dach, war das hoch“, jubelt Luca ganz beeindruckt nach der überraschenden Luftfahrt, die Thomas Baake steuert.

Wieder auf dem Boden angekommen, naht auch schon der Botenfahrer der UMG-Facilities, er hat von Mc Donalds Menüs für die Kinder an Bord, gespendet vom Geschäftsführer des Fast-Food-Restaurants.

Dann geht es in die Wache zum Essen. Und der vierjährige Luca darf zum ersten Mal Burger und Pommes genießen: „Es ist ja

Bescherung: Carsten Klammer (links) und Thomas Baake verteilen Geschenke an Luca, Melisa und Niklas. Foto: Kopietz

Weihnachten“, sagt sein Vater.

Und schließlich ist noch einmal Bescherung: Thomas Baake, Carsten Klammer und Matthias Wilke haben auf dem Küchenblock in der Wache Geschenke ausgebreitet, vom Modellhubschrauber der DRF über Puzzle bis zu Malbögen.

Die Kinder strahlen und dürfen sich bedienen. Dann geht es nach fast drei Stunden im „Feuerwehr-Einsatz“ zurück zum Osteingang – natürlich per Feuerwehrauto.

Dieser Spezial-Einsatz hat sich für Baake, Klammer und Wilke gelohnt. „Er hat wenig Mühe gemacht, war eine Abwechslung am Feiertagsdienst und wird ja mit den großen Augen der Kinder belohnt“, sagt Baake, der die Wiederholung für 2014 ankündigte.

Am Donnerstag machen er und seine Kollegen nur – oder zum Glück – nur vier Kinder froh. „Viele sind über Weihnachten entlassen oder beurlaubt worden“, begründet Pflegerin Jennifer Greine.

Einige Kinder aber waren auch nicht transportabel, sie liegen schwerkrank auf den Stationen, meist in Begleitung eines Elternteils.

Auch das ist Weihnachten, wie Thomas Baake sagt: „Es ist wichtig daran zu denken, dass nicht alle ein unbeschwertes Fest zu Hause im Familienkreis feiern können.“

Von Thomas Kopietz

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