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Knabenchor: Sechs Jahrzehnte Gesang für Jungen in Göttingen

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Von: Bernd Schlegel

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Sechs Jahrzehnte Gesang: Der Göttinger Knabenchor feiert an diesem Wochenende seinen Geburtstag. Musikalischer Leiter ist der Musikpädagoge Michael Krause (rechts).
Sechs Jahrzehnte Gesang: Der Göttinger Knabenchor feiert an diesem Wochenende seinen Geburtstag. Musikalischer Leiter ist der Musikpädagoge Michael Krause (rechts). © Knabenchor Göttingen/nh

Seit 60 Jahren besteht der Göttinger Knabenchor. Dieser runde Geburtstag wird mit einem Begegnungswochenende gefeiert. Dabei gibt es viele Konzerte.

Göttingen – Seit 60 Jahren gibt es den Knabenchor in Göttingen. Das wird an diesem Wochenende mit einer Begegnung mit anderen Chören in Südniedersachsen gefeiert.

60 Jahre Göttinger Knabenchor: Franz Herzog ist der Gründer

Wichtigster Protagonist des Chores ist Franz Herzog (1917-1986), der den Chor seinerzeit ins Leben rief. Er kam in den 1950er-Jahren als Musiklehrer an der Oberschule für Jungen in Göttingen, dem späteren Felix-Klein-Gymnasium. Einen Schwerpunkt seiner schulischen Arbeit bildete der Aufbau eines Schulchores dar, heißt es in einem Vortrag, den Dr. Helma Götz anlässlich des 80. Geburtstages von Herzog hielt.

Durch sein pädagogisches Gespür, geschickte Auswahl des Repertoires und wachsende Erfolge bei Schulaufführungen verstand er es, die Jungen für die Chorarbeit zu begeistern. Später wurden auch Jungen anderer Schulen in den Chor aufgenommen. Deshalb war es nur folgerichtig, den Schritt vom Schulchor zum Konzertchor zu gehen: 1962 wurde schließlich der „Göttinger Knabenchor“ aus der Taufe gehoben, der sich bis in die 1970er Jahre auch überregional einen guten Ruf erwarb.

60 Jahre Göttinger Knabenchor: Zusammenarbeit mit der Händel-Gesellschaft

Höhepunkt dieser Zeit war beispielsweise die Zusammenarbeit mit der Göttinger Händel-Gesellschaft: Von 1967 bis 1978 wurde der Knabenchor unter der Leitung von Günther Weißenborn als Oratorienchor bei den Göttinger Händelfestspielen eingesetzt. Mit dem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1979 zog sich Herzog schrittweise auch von der Chorleitung zurück.

Seit dem 2003 leitet der Musikpädagoge Michael Krause den konfessionell ungebundenen, städtischer Chor, der von einem Verein getragen wird. Neben dem Hauptchor gibt es auch einen Männerchor, Vorchöre sowie musikalischer Frühförderung. Dazu bestehen Kooperationen mit der Albanischule, der Bonifatiusschule 1, Hölty-Schule, der Wilhelm-Busch-Schule und der Hainbundschule. Weitere künstlerische Mitarbeiter des Knabenchores sind Sabine Birkenfeld (Stimmbildung Knabenchor), Florian Franke (Stimmbildung Männerchor), Till Koch (Leiter der Frühförderungsgruppe an der Hainbundschule), Iva Vodicková (Leiterin der Frühförderungsgruppe an der Albanischule), Sebastian Kedziora (Leiter Vorchor I und II und Leiter der Frühförderungsgruppe an der Hölty-Schule) sowie Nicola Krause-Glandorf (Leiterin der Chorkrabben).

60 Jahre Göttinger Knabenchor: Regelmäßige Probenarbeit

In den vergangenen beiden Jahren behinderte die Corona-Pandemie die Chorarbeit, da viele Proben und Konzerte nicht stattfinden konnten. Obwohl die Sänger des Göttinger Knabenchors nicht in einem Internat mit entsprechenden Übungsgelegenheiten leben, ist der musikalische Anspruch hoch. Da sind jetzt regelmäßige Probenarbeit und gutes Teamwork umso mehr gefordert.

60 Jahre Göttinger Knabenchor: Befreundete Chöre sind zu Gast

Auch Musikfreizeiten, sportliche Aktivitäten und neue Freundschaften, die nicht selten aus dem internationalen Austausch mit anderen Chören erwachsen, gehören dazu. Deshalb sind an diesem Wochenende gleich mehrere befreundete Chöre zu Gast. Weitere Informationen gibt es hier. (Bernd Schlegel)

Festprogramm: Konzerte in Göttingen und in Kirchen in der Region Südniedersachsen und im Obereichsfeld

Zum 60. Geburtstag des Knabenchores findet an diesem Wochenende eine Begegnung mit zahlreichen Konzerten in Göttingen und mehreren Kirchen in Südniedersachsen statt, zu der befreundete Chöre erwartet werden.

Freitag, 30. September: Ein Begegnungskonzert mit allen Chören beginnt um 18 Uhr (Einlass 17.30 Uhr) in St. Johannis in Göttingen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.

Samstag, 1. Oktober: An diesem Tag bestreiten die Gastchöre Regionalkonzerte in Südniedersachsen und im Obereichsfeld. Sie beginnen jeweils um 18 Uhr (Einlass 17.30 Uhr). Es treten auf: Chorus Cathedralis Iuniorum (St. Martini in Dransfeld), Stuttgarter Hymnus-Chorknaben (St. Sixti in Northeim), Dudaryk Boys‘ Choir (St. Alexandri in Einbeck, Singknaben der St. Ursen-Kathedrale (St. Jacobi in Osterode) sowie La Maîtrise de la Sainte-Croix de Neuilly (St. Martin in Heiligenstadt).

Montag, 3. Oktober: Das Festkonzert beginnt um 17 Uhr (Einlass ab 16.30 Uhr) in St. Johannis in Göttingen. Im Zentrum des Festkonzertes steht der Sonnengesang des Franz von Assisi in einer Vertonung von Ulrich Roscher. Der Eintritt kostet zwischen 6 und 24 Euro zuzüglich Gebühren. Karten gibt es hier. (bsc)

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