Girls Kick Göttingen: Turnier wegen Hitze abgebrochen 

Immer am Ball: Knapp 600 Mädchen aus den 5. bis 8. Klassen kicken beim Mädchenfußballturnier, dem 10. Girls Kick Göttingen.

Göttingen. Vor wenigen Tagen kickten ihre Vorbilder, die deutschen Nationalspielerinnen, noch in Kanada. Jetzt machten es ihnen die Mädchen der fünften bis achten Klassen aus Göttingen und dem Landkreis nach.

Beim 10. Girls Kick-Turnier, das nach Angaben der Veranstalter, bundesweit größte Mädchenfußballturnier dieser Altersklasse, zeigten knapp 600 junge Fußballerinnen, was in ihnen steckt.

54 Mädchenschulmannschaften sind in diesem Jahr angetreten. Seit zehn Jahren findet das Turnier statt. In dieser Zeit hat sich beim Girls Kick Göttingen einiges verändert. „Der Schulsport ist professioneller geworden. Damals sind die meisten Mädchen in weißen T-Shirts angetreten, heute haben viele der Mädchen schon richtige Fußballschuhe“, erklärt Organisatorin Helga Steiniger. „Wir wollen Mädchen vom Fußball begeistern.“

Bei Carolina Trusch aus Göttingen ist die Idee aufgegangen. Bisher hat sie nur getanzt und Gitarre gespielt, jetzt möchte die Elfjährige gern im Verein spielen. „Mein Bruder spielt immer mit seinen Freunden Fußball“, erzählt sie. „Ich habe schon öfters mit ihm alleine gespielt. Er ist besser.“ Aber das kann sich ja ändern – seit einigen Monaten trainiert sie in der Schule.

Während sich die Veranstalter anfangs über das sonnige Wetter freuten, musste das Turnier gegen 14 Uhr wegen zu hoher Temperaturen abgebrochen werden. Mehrere Spielerinnen hatten durch die Hitze Kreislaufprobleme. Leider wird das Turnier nicht an einem anderen Tag fortgesetzt, alle Teilnehmerinnen erhielten ihre Urkunden.

In der Schule am Hohen Hagen in Dransfeld kicken die Mädchen jede Woche unter der Anleitung von Melanie Rogos. Der Lehrerin ist es gelungen, in diesem Jahr wieder mit einer Mannschaft anzutreten. „Auch wenn Mädchenfußball mittlerweile populär ist, konkurriert er doch mit anderen Aktivitäten“, berichtet sie. Jetzt hat sich wieder eine Mannschaft gebildet und die neun Schülerinnen aus der 5. und 6. Klasse sind mit viel Eifer dabei. „Das Mädchenfußballturnier ist die Krönung“, berichtet Rogos.

Angelina Bauer aus Dransfeld findet Fußball toll. Vor einem halben Jahr hat sie ihr Cousin einmal zu seinem Training mitgenommen, jetzt ist sie Stürmerin in der Schulmädchenmannschaft. „Wir üben und werden immer besser“, erzählt die Zwölfjährige. Leider mache regelmäßiges Training auch die Gegner immer besser, und so konnten die Dransfelder Schülerinnen in ihren ersten Spielen kein Tor erzielen.

Mit viel Eifer immer dabei 

Trainerin und Lehrerin Christine Klein feuert ihre Mannschaft der Sechstklässler vom Spielfeldrand an. Freut sich, als das 1:0 fällt und ihre Mädchen das Duell gewinnen. Im zehnten Jahr nimmt die Carl-Friedrich-Gauß Schule aus Groß Schneen am Girls Kick Göttingen teil. In diesem Jahr sogar mit fünf Mannschaften. „Die Konkurrenz ist groß, es ist schwer für die Schulmannschaften, gegen die Teams, die nur aus Vereinsspielerinnen bestehen, anzukommen. Aber der Spaß ist wichtig.“

Fußballangebot für Mädchen: Die Idee zum Girls Kick entstand vor zehn Jahren bei einem Treffen des Mädchenkreises Stadt und Landkreis Göttingen. Frauenfußball müsse größere Beachtung gezollt werden. Seit 2006 wird der Girls Kick jedes Jahr gemeinsam von dem Institut für Sportwissenschaften der Universität Göttingen (IfS), Stadt und Landkreis Göttingen, dem Frauengesundheitszentrum Göttingen und dem Niedersächsischen Fußballverband Kreis Göttingen ausgerichtet. Wollen die Mädchen auch nach der achten Klasse aktiv Fußball spielen, können sie durch Girls Kick Schulsportassistentinnen werden und so Fußball-AGs anbieten.

Girls Kick in Göttingen mit Nationalspielerin Pauline Bremer

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