Sie nimmt nicht an Verhandlung teil

Klage: Knöllchen-Horst fühlt sich von Erotikstar Dolly Buster beleidigt

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Die Erotik-Produzentin Nora Dvorak, alias Dolly Buster, war früher selbst Darstellerin in diversen Erotikfilmen.

Osterode/Göttingen. Neue Attacke von „Knöllchen-Horst“: Der Jäger von Falschparkern hat den früheren Erotikstar Dolly Buster verklagt. Das Urteil soll Ende des Monats verkündet werden.

„Knöllchen-Horst“ wird belacht, ist Feindbild und Ärgernis für Tausende Autofahrer. Beleidigen lassen will sich der Rentner aus dem niedersächsischen Osterode im Harz mit Hang zur Ordnungsliebe aber nicht. Er hat Erfahrung im Umgang mit Behörden und Prozessen, nun steht er erneut vor Gericht und will Schmerzensgeld. „Knöllchen-Horst“ fühlt sich beleidigt - und zwar vom früheren Erotik-Star Dolly Buster.

Bei einem Fernsehauftritt soll die 45-Jährige dem eigenwilligen Jäger von Falschparkern auf die Füße getreten sein. Nach einem Medienbericht hat Dolly Buster während eines Auftritts sinngemäß gesagt, das Anzeigen von Parksündern würde „Knöllchen-Horst“ wohl sexuell erregen.

Aktualisiert
16.07 Uhr

Die gebürtige Tschechin Buster, früher auch schon Kandidatin der RTL-Dschungelcamp-Show „Ich bin ein Star - holt mich hier raus“, wolle keine Stellungnahme zu dem Fall abgeben, sagte ihre Sprecherin am Donnerstag. An dem Zivilverfahren am Amtsgericht Osterode wollte die Tierschützerin, Schauspielerin und Regisseurin nach Angaben von Amtsgerichtsdirektor Wolfgang Büermann nicht teilnehmen.

Der gegen Falschparker streitlustige „Knöllchen-Horst“ hingegen will mehrere hundert Euro erstreiten. In einem anderen Fall wegen Beleidigung hat er auch schon mal als Sieger den Gerichtssaal verlassen. 2011 sprach ihm eine Zivilkammer des Landgerichts Göttingen in zweiter Instanz wegen Beleidigung in vier Fällen Schmerzensgeld zu. Der umtriebige Jäger von Ordnungssündern auf den Straßen des Harzes müsse sich nicht wegen seiner Tausenden Anzeigen gegen Falschparker beleidigen lassen, entschied das Gericht damals. In erster Instanz war er jedoch gescheitert - damals am Amtsgericht Osterode.

Im aktuellen Streitfall gegen Buster gab es zunächst noch keine Entscheidung. Der zuständige Richter habe nach einer vorläufigen Würdigung des Sachverhalts aber angedeutet, dass die Klage nur wenig Aussicht auf Erfolg habe, sagte Büermann. Voraussichtlich wird das Urteil am kommenden Donnerstag, 29. Januar, verkündet.

„Knöllchen-Horst“ hat sich in den vergangenen Jahren in seiner Heimat nicht viele Freunde gemacht und immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Zehntausende Falschparker zeigte er bei den Behörden an und dokumentierte die Fälle in einem eigenen Register. Der sicherlich spektakulärste Fall: Er zeigte die Besatzung eines Rettungshubschraubers wegen Parkens auf einem Gehweg an.

Sein „Jagdrevier“ weitete der mittlerweile bundesweit bekannte Rentner bereits auf Nachbarregionen, zum Beispiel auf Duderstadt im Landkreis Göttingen, aus. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg nannte ihn einen Verleumder: Wer das Hobby habe, Falschparker aufzuschreiben, gehe einer „denunziatorischen Tätigkeit“ nach.

Beleidigen dürfen ihn die von ihm Angezeigten dafür allerdings nicht, auch wenn sich Ertappte bespitzelt und angeschwärzt fühlten. Äußerungen, er sei „psychisch krank“, muss der Mann einem Gericht zufolge nicht hinnehmen. Über seine Motive spekulierte die Osteroder Verkehrsbehörde einst: Vielleicht sind ihm die Ordnungshüter zu lasch, vielleicht ist es „krankhafter Ordnungssinn“. Die Beamten jedenfalls bearbeiten längst nicht mehr alle Anzeigen.

„Knöllchen-Horst“ kann aber nicht nur austeilen, er musste auch einstecken. Nach einer Geschwindigkeitsüberschreitung wehrte er sich mit Händen und Füßen vor Gericht gegen die Zahlung, jedoch ohne Erfolg. Das Bußgeld betrug zehn Euro. (lni/bsc)

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