Bundespräsident Gauck überreichte Preis

Köhler-Stiftungspreis: 50.000 Euro für Forscher der Göttinger Kinderklinik

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Preis vom Bundespräsidenten: Joachim Gauck überreichte Preis an Göttinger Forscher aus der Klinik Kinder- und Jugendmezin der UMG den Preis der Köhler-Stiftung. Von links: Prof. Jutta Gärtner, Prof. Dr. Ekkehard Wilichowski, Kristina Bersch, Dr. Sven Thoms, Bundespräsident Joachim Gauck, Dr. Julia Hofhuis und Dr. Lars Klinge.

Göttingen. Die Klinik Kinder- und Jugendmedizin der Göttinger Uni-Klinik hat von Bundespräsident Joachim Gauck den Forschungspreis für Seltene Erkrankungen erhalten.

Verdient hat ihn sich die Arbeitsgruppe zu neuromuskulären Erkrankungen. Die Gruppe will neue individuelle Therapien entwickeln.

Der Preis

Der Forschungspreis unterstützt wissenschaftliche Projekte, die sich für Linderung oder Heilung von seltenen Erkrankungen engagieren. Er wird von der Eva Luise und Horst Köhler-Stiftung vergeben und ist mit 50.000 Euro dotiert. Bundespräsident Joachim Gauck gratulierte Grußwort dem Preisträger-Team für dessen Arbeit zur Behandlung von Muskeldystrophien, das sind genetische bedingte Erkrankungen durch die Muskelfasern abgebaut werden. Die Kinder entwickeln sich in den ersten Lebensjahren meistens unauffällig, die Symptome der Erkrankung werden oft erst ab dem Vorschulalter, bei manchen Formen auch erst im Erwachsenenalter deutlich.

Köhler-Stiftung

Eva Luise Köhler würdigte die Forschergruppe um Prof. Ekkehard Wilichowski, Dr. Lars Klinge und Dr. Sven Thoms: „Durch solch mutige Forscher erfahren Menschen mit seltenen Erkrankungen Hoffnung.

Muskeldystrophien

Von Muskeldystrophien ist in Deutschland jeder 10.000ste Mensch betroffen. Hinter den Zahlen aber stünden viele Einzelschicksale und Leidensgeschichten derjenigen, die nach Heilung oder wenigstens Linderung einer seltenen Krankheit suchen. Deshalb dürfen wir bei dieser Forschung nicht nachlassen“, sagte Eva Luise Köhler.

Klinik-Direktorin

Prof. Dr. Jutta Gärtner, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, sagte: „Über diese großartige Auszeichnung freuen wir uns sehr. Gerade an der Universitätskinderklinik haben wir uns auf die Erforschung seltener neurologischer Krankheitsbilder bei Kindern und Jugendlichen spezialisiert. Der Preis stärkt unsere Arbeit für die bereits in einem sehr jungen Lebensalter betroffenen Patienten und Familien und bestätigt unsere Expertise.“

Das Forschungsprojekt

Ziel des Forschungsprojektes ist es, besser vorhersagen zu können, wer auf eine medikamentöse Therapie anspricht. Dazu setzt das Forscherteam auf bioinformati-sche Analysen, die mit Dr. Thomas Lingner aus dem Institut für Entwicklungsbiochemie der UMG entwickelt wurden. Auf diese Weise sollen Therapien für einzelne Patienten gefunden und Fehlbehandlungen mit Substanzen, die eventuell toxisch sind, verhindert werden. Die gewonnenen Informationen lassen sich dann auf andere seltene Erkrankungen übertragen. Über die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG arbeiten Grundlagenforscher und Ärzte zusammen.

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