Körperverletzung: Ermittlungen gegen Freundeskreis

Demonstration gegen den Freundeskreis im November 2016 in Göttingen: Dabei kam zu Auseinandersetzungen. Derzeit laufen Ermittlungen gegen drei Aktive des Freundeskreises. Archivfoto: Rampfel/nh

Göttingen. Gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern des als rechts geltenden „Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen" und linksgerichteten Gegendemonstranten haben ein juristisches Nachspiel.

Gegen drei dem „Freundeskreis“ zugerechnete Männer liefen Ermittlungsverfahren der Göttinger Staatsanwaltschaft wegen schwerer Körperverletzung, sagte Behördensprecher Andreas Buick. Verfahren gegen Angehörige der linken Szene seien hingegen eingestellt worden.

Für den 12. November vergangenen Jahres hatte der „Freundeskreis“ eine Kundgebung in Göttingen angemeldet, diese aber kurzfristig abgesagt. Eine Gegendemonstration mit etwa 500 Teilnehmern löste sich daraufhin auf. Buick zufolge wurde später am Nachmittag ein mit fünf „Freundeskreis“-Mitgliedern besetztes Auto am Rande der Innenstadt von einer Polizeistreife gestoppt. Drei Rechtsextremisten seien aus dem Fahrzeug ausgestiegen und hätten unter anderem mit einer Metallkette auf in der Nähe befindliche Nazi-Gegner eingeschlagen. Zwei Personen mussten infolge der Angriffe mit erheblichen Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden.

Die Polizei hatte zunächst auch gegen zwei junge Leute aus dem linken Spektrum wegen versuchter Sachbeschädigung ermittelt, weil diese gegen eine Scheibe des Polizeiwagens geschlagen haben sollen. Diese Verfahren würden nun nicht weiter verfolgt, sagte Buick.

Unterdessen hat die Göttinger Stadtverwaltung die Anmeldung des „Freundeskreises“ für eine weitere Demonstration am Samstag, 1. April, bestätigt. Nach Angaben der Organisatoren wollen daran auch andere rechtsgerichtete Gruppierungen aus dem norddeutschen Raum teilnehmen. Das Göttinger „Bündnis gegen Rechts“ kündigte Proteste gegen den neuerlichen Aufmarsch an.

Mahnwachen und Treffs 

Der „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ trat vor etwa 15 Monaten öffentlich in Erscheinung. Die Gruppe organisierte in mehreren Orten Südniedersachsens und Westthüringens zahlreiche „Mahnwachen“ und sogenannte „Freiheitliche Bürgertreffs“. Nach Augenzeugenberichten kommen vor allem NPD-Mitglieder und andere organisierte Rechtsextremisten zu diesen Veranstaltungen. (epd)

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