Kommentar zum Schreiben gegen Flüchtlingsheim: Respektlos

+

Göttingen. Der Brief eines Professors gegen eine Flüchtlingsunterkunft empört die SPD. Kommentator Thomas Kopietz hält den Brief für hanebüchen und respektlos.

Der TU-Professor hat mit seinem Brief und der darin geäußerten ausländerfeindlichen Meinung allen gemäßigten Kritikern des Projektes Flüchtlingswohnheims einen Bärendienst erwiesen. Die Begründung, dass Flüchtlinge in der Nähe Wissenschaft und Hochtechnologieansiedlungen verhindern, ist hanebüchen, zeugt von dem Verlust jeglichen menschlichen Respekts gegenüber Menschen, die aus Kriegsgebieten flüchten, um ihr Leben zu retten.

Der Brief könnte und sollte aber auch all jene Anwohner nachdenklich werden lassen, die ähnliche Kritik äußerten, die Ansiedlung der Flüchtlinge könnten den Wert der Immobilien sinken lassen. Schlimm genug, dass solche Mechanismen überhaupt in unserer Gesellschaft und Marktwirtschaft greifen können. Die Menschen jedenfalls sollten demgegenüber ein Zeichen setzen: Wir haben nichts gegen die Flüchtlinge.

Der Professor aus Clausthal jedenfalls, der sich anscheinend zum Sprachrohr der Wissenschaft und Fraunhofer Gesellschaft gemacht hat, ist bereits gegen eine Mauer gelaufen. Das ist gut so. Besser wäre es, wenn noch mehr Politiker in Stadt und Land sagten: So nicht, Herr Professor!

Lesen Sie dazu auch:

- SPD empört über Schreiben gegen Flüchtlingsheim

- Flüchtlingsheim: Stadt will Öffentlichkeit früh einbeziehen

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.