Kommentar zu Schüssen auf linkes Studentenhaus: Schluss mit der Gewalt

In Göttingen hat es wieder Streit zwischen konservativen Burschenschaftlern und linksorientierten Studierenden gegeben. Jetzt wurde dabei von einem Burschenschaftler mit Druckluftwaffen auf ein linkes Studentenwohnheim geschossen. Dazu ein Kommentar von Thomas Kopietz.

Rechte gegen Linke, linke Gruppierungen gegen erzkonservative oder nationalistische Burschenschaften: Die Scharmützel haben Tradition, erst Recht während der fast 280-jährigen Uni-Geschichte in Göttingen, wo es in den vergangenen vier Jahrzehnten immer wieder zu zum Teil heftigen Auseinandersetzungen kam.

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Burschenschaftler schoss mit Druckluftwaffe auf Studentenwohnheim

Attacken auf Burschenschaften und deren Häuser sind fest in der Historie der linken Gruppen verankert. Bunte, meist rote Flecken an den Wänden oft prunkvoller Villen künden davon, dass dort von Aktivisten geschleuderte Farbbeutel zerplatzt sind. Doch es gibt noch schlimmere Auswirkungen: Wenn Menschen nach Attacken mit Verletzungen im Krankenhaus liegen, dann zeugt das von einer anderen Qualität der Gewalt, die in einem demokratischen Rechtsstaat nicht zu tolerieren ist.

Damit kein Missverständnis aufkommt, hier geht es nicht darum, die Aktionen einer Gruppierung zu geißeln und der anderen gut zu heißen: Denn auch die Provokationen von Burschenschaftlern, die in Gruppenstärke betrunken und gröhlend auch schon mal an „linken“ Häusern vorbeiziehen, können nicht gutgeheißen werden. Kürzlich reckten Burschenschaftler im Überschwang der durch Alkohol gereizte9n Gefühle ihre Hinterteile aus Fenstern eines prächtigen Hauses. Und: Auch Gewalttaten gab und gibt es – gegen linke Aktivisten.

Noch einmal: Gewalt bei Auseinandersetzungen, die zudem noch auf unterschiedlichen politischen wie sozio-ökonomischen Einstellungen basieren, haben in Göttingen und anderswo nichts zu suchen. Wenn noch Baseballschläger oder nun Schusswaffen, seien es auch „nur“ Druckluftwaffen mit Kunststoffkugeln eingesetzt wurden, dann ist das Maß voll. Schluss damit! Es darf nicht zu einer Kette von Attacke und Gegenattacke, Angriff und Racheakt kommen.

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