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Komödie „Motivational Growth“ sagt im Göttinger ThOP dem Schimmel den Kampf an

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Von: Ute Lawrenz

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Der Schimmel als Übel in Menschengestalt: Peter Witt als einsamer, lethargischer Ian B. Folivor (links) mit dem Schimmel Johannes Uhlig.
Der Schimmel als Übel in Menschengestalt: Peter Witt als einsamer, lethargischer Ian B. Folivor (links) mit dem Schimmel Johannes Uhlig. © Ute Lawrenz

Die Komödie „Motivational Growth“ von Don Thacker ist im Theater im OP in Göttingen zu sehen. Etwas skurril hat das Publikum sichtlich Spaß.

Göttingen – Die Komödie „Motivational Growth“ von Don Thacker hat das Theater im OP in Göttingen in der Regie von Oliver Goepfert in sein Programm aufgenommen. Die skurrile Komödie kommt an und reizt das Publikum zu vielen Lachern.

Ein Mann, Ian B. Folivor, allein auf dem Sofa. Er sieht fern, zappt sich durch die Programme. Doch nichts gefällt ihm, er zappt weiter, bis sein alter Fernseher „Kent“ kollabiert. „Ich dachte immer, ich würde zuerst gehen“, kommentiert er, bevor er konsequenterweise versucht, sich selbst aus dem Leben zu nehmen. Als das nicht klappt, ruft er den Kundendienst, um seinen „Freund“ reparieren zu lassen.

Skurrile Komödie „Motivational Growth“ im ThOP: Der Schimmel als personifiziertes Übel

In der Einsamkeit schlägt der Schimmel zu. Das Übel in Menschengestalt lockt Folivor aus der Reserve. Gelingt es diesem, die schöne Leah zu gewinnen? Wenn sie die Post holt, stalkt er sie täglich durch den Spion in seiner Haustür. Sollte ihm hier der Schimmel als Feind begegnen?

Um die recht unwahrscheinliche Story fantasievoll wiederzugeben, hat sich das ThOP-Team einiges einfallen lassen und auch am vorliegenden Film orientiert. Peter Witt spielt Ian Folivor sehr langsam, lethargisch. Kaum bekommt er seinen A… aus dem Sofa.

Nur wenn der Wecker klingelt, weil es Leah-Post-Zeit ist, wird er ratzfatz zum Spanner. Gekonnt sind seine kleinen Stunts, wie sein liegender Abgang vom Dauer-Sofa und ein dramatischer Sturz vom Badewannenrand.

Stark ist auch Johannes Uhlig als Schimmel. Durch lange Fetzen mit der Wand verbunden (Kostüme Yvette Siebert), entwickelt der morbid geschminkte Pilz (Maskenkonzept Hannah Fecht) wahrhaft rhetorische Qualitäten, mit denen er Folivor in seinen Bann zieht. Doch angesichts mancher undurchschaubaren Taten kommt die Frage auf: Will er wirklich nur Gutes?

„Motivational Growth“: Geht es hier wirklich nur um Schimmel?

Viel Spaß macht es, den drei Kents (Nils Achtergarde, Erik Bosse, Sophia Heidenreich) zuzusehen, die auf der Galerie von „Wetten, dass?“ bis zum „Tatort“ das gesamte Fernsehprogramm mimen, durch das sich Folivor immer wieder zappt.

Auf der Bühne darunter ist ein zugemülltes Zimmer mit einem schimmeligen Bad (Bühne: Lennart Kanitz; Mo Pfeil) zu sehen. Seit Monaten hat Folivor diese Wohnung nicht verlassen.

Die knapp zweieinhalbstündige Aufführung mit Tabea Tafel als schöne Leah, Tommy Czapla als explosiver Box, Cédric Frein als Plasmoday und weiteren überzeugenden Akteuren lässt Fragen offen. Sicher geht es hier nicht allein darum, energisch gegen Schimmel anzuputzen, oder? (zul)

Weitere Vorstellungen am 2.12., 3.12. und 5.12, sowie unter theater-im-op.de. Karten unter Telefon 0551/397077, per Mail an karten@theater-im-op.de oder montags bis freitags von 12 bis 14 am ThOP-Vorverkaufs-Stand in der Zentralmensa. Nach den Aufführungen am 2. und 3. Dezember stellt sich Autor Don Thacker der Diskussion.

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