Ermittlungsverfahren wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz

Kontrolle in Göttingen: Lastwagen transportierte lebendige Fische auf Eis

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Lebende Fische auf Eis: Das fanden Göttinger Beamte in einem Lastwagen einer Fischgroßhandlung. Die Tiere waren vor Transportbeginn nicht ordnungsgemäß getötet worden.

Göttingen. Lebendige Fische auf Eis: Das entdeckten Beamte der Autobahnpolizei Göttingen am Mittwoch bei der Kontrolle eines Firmenfahrzeuges einer Fischgroßhandlung aus Nordrhein-Westfalen.

Sie deckten schwerwiegende Hygienemängel auf und leiteten gegen den 52 Jahre alten Fahrer ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ein.

Auf dem Gelände der Autobahnmeisterei Göttingen an der Kasseler Landstraße war der Transporter einer intensiven Kontrolle unterzogen worden, so die Polizei.

Nach Öffnung des Laderaums mussten die Ermittler feststellen, dass in dem Fahrzeug noch lebende Fische lediglich in Eis liegend befördert wurden, ohne dass sie vor Transportbeginn ordnungsgemäß getötet worden waren. 113 verletzte Fische mussten daraufhin noch vor Ort von einer sofort alarmierten Tierärztin notgeschlachtet werden. Betroffen davon waren insbesondere Karauschen sowie Störe.

Darüber hinaus transportierte der Fahrer in seinem Fahrzeug weitere zum Verkauf bestimmte Fischwaren in hygienisch nicht einwandfreiem Zustand. Ein Großteil der Ladung wurde durch den hinzugezogenen „Fachdienst Lebensmittelkontrolle“ des Landkreises Göttingen sofort für die weitere Auslieferung gesperrt. Diese Anordnung betraf etwa 150 Kilogramm Fisch, der daraufhin von dem Betrieb entsorgt werden musste.

Die Fischlieferung war nach ersten Erkenntnissen für Supermärkte in Südniedersachsen bestimmt. Die Ermittlungen in dem Fall dauern weiter an.

Warum überlebten die Fische auf dem Lastwagen? 

Die Fische wurden nicht ordnungsgemäß getötet. "Bei einem Stich durch die Brust kann es sein, dass das Herz nicht getroffen wird", erklärt Andrea Riedel-Elsner vom Landkreis Göttingen. Wenn der Fisch noch lebt, gibt das Eis dem Fisch Feuchtigkeit. Dazu geht die Körpertemperatur auf dem Eis herunter, weshalb die Tiere einige Zeit überleben können, so Riedel-Elsner. "Ein Kiemenrundschnitt wäre hier die bessere Tötungsmethode gewesen."

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