Konzern-Sanierung: Karstadt-Modeableger K-Town schließt in Göttingen

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K Town: Dieser Karstadt-Ableger ist auf junge Mode spezialisiert. Nun stehen offenbar die Filialen in Göttingen (Foto) und Köln vor dem Aus. Mit der Schließung würde sich Karstadt in Göttingen auf das Haupthaus und das Sporthaus konzentrieren.

Göttingen. Vor gut drei Jahren war K Town als Karstadt-Ableger für junge Mode in Göttingen mit großen Hoffnungen gestartet. Nun steht das Haus, das in der Alten Markthalle an der Groner Straße zu finden ist, im kommenden Jahr vor dem Aus.

Das Karstadt-Haupthaus und das Sporthaus bleiben in Göttingen erhalten.

Hintergrund sind die Sanierungen bei Karstadt. Die Entscheidung zu Schließung des Göttinger K Town war nach einer Aufsichtsratssitzung bekannt geworden.

„Gefasst und enttäuscht“ haben die Göttinger Karstadt-Mitarbeiter die Entscheidung zur Schließung der K-Town-Filiale in Göttingen zur Kenntnis genommen, berichtete Verdi-Gewerkschaftssekretär Moritz Braukmüller am Freitag. Bei K Town in Göttingen sind zehn Mitarbeiter tätig.

Aktualisiert um 12.45 Uhr.

„Dies bedeutet aber nicht zwingend, dass es in Göttingen zehn Kündigungen gibt“, sagte Braukmüller. Er geht davon aus, dass die Stellen im Rahmen des Gesamtsanierungspakets wegfallen. Dabei sollen 2000 der bundesweit 17 000 Stellen abgebaut werden sollen. Derzeit hat Karstadt in den drei Göttinger Häusern etwa 240 Beschäftigte. Ob und wie viele Stellen am Ende in der Uni-Stadt gestrichen werden, ist laut Braukmüller nicht absehbar.

Nach seinen Angaben ärgern sich die Beschäftigten darüber, dass sie nun erneut für Managementfehler bei Karstadt bluten müssen. Außerdem kritisiert der Betriebsrat, dass von Seiten des Konzerns nicht nachdrücklich genug darauf hingewiesen wird, dass lediglich der Mode-Ableger K Town wegfällt und die beiden anderen Häuser in Göttingen erhalten bleiben.

800 Quadratmeter

Die K-Town-Filiale in Göttingen bietet in der Alten Markthalle seit September 2011 auf 800 Quadratmetern „die perfekte Kulisse für angesagte Trends und Lifestyleideen“, heißt es auf der Karstadt-Homepage. Und weiter: „In dem beeindruckend hohen Raum mit seiner historischen Fassade aus Ziegelsteinen und überdachtem Innenhof finden sich dreidimensional begehbare Cubes, die dem Besucher ein einzigartiges Shoppingerlebnis garantieren.“ Bei K Town setzt Karstadt vor allem auf bekannte Marken.

Ein Grund für den Rückzug aus diesem Segment könnte sein, dass verstärkt Filialisten in die Uni-Stadt drängen. So öffnete in der vergangenen Woche der Marken-Mode-Discounter TK Maxx im Göttinger Carré seine Pforten. Mit dem Schließung konzentriert sich Karstadt in Göttingen auf das Haupthaus an der Groner Straße sowie auf das Sporthaus am Kornmarkt. Neben dem K Town in Göttingen soll im kommenden Jahr auch der Kölner Karstadt-Ableger für junge Mode von der Schließung betroffen sein. Weiterhin stehen zwei Karstadt-Warenhäuser in Hamburg-Billstedt und in Stuttgart sowie zwei Schnäppchen-Märkte in Paderborn und Frankfurt/Oder vor dem Aus. (bsc/dpa)

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