Konzert: Göttinger Symphonie Orchester spielt für Integration

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Willkommen: Ein Konzert für Integration und Toleranz mit dem Göttinger Symphonie Orchester erlebten mehr als 650 Gäste in der Stadthalle.

Göttingen. Zu einem Konzert für Integration und Toleranz unter dem Motto „Willkommen in Göttingen“ spielte das Symphoie Orchester der Universitätsstadt.

„War ein schöner Morgen“: Mit diesem Satz kommentierte ein Besucher das Willkommenskonzert des Göttinger Symphonie Orchesters die Aktion, zu der 662 Besucher gekommen waren, darunter etliche Schulklassen und viele erwachsene Musikfreunde aus allen Nationen. Als Gastdirigent fungierte der aus Ägypten stammende Hisham Gabr, der zu dieser Gelegenheit seine Sinfonia concertante „To a New World“ mitgebracht hatte. Seine Grußworte, die er zu Beginn auf Arabisch an das Publikum richtete, wurden ins Deutsche übersetzt. Auch das Konzertprogramm stand den Zuhörern auf Arabisch und Deutsch zur Verfügung.

„Großartig“ fasste Karolin Loh, Verwaltungsdirektorin des GSO, die Eindrücke vom Konzert in der Stadthalle zusammen. „Wir hatten uns gewünscht, 200 bis 300 aller Altersklassen zu motivieren.“ Am Ende kamen mehr als 650 Gäste.

Es war eine zutiefst ergreifende Atmosphäre, in der faszinierte Grundschüler Melodien und Bewegungen des Dirigenten folgten, um ihn nachzuahmen. Besucher lauschten mit geschlossenen Augen den traditionellen Klängen der Oud, eine Gruppe Jugendlicher bezeichnete sowohl Rossinis Ouvertüre als auch die Sinfonia concertante von Hisham Gabr als „echt ziemlich cool“ und manch ein Lehrer wurde von der Disziplin seiner Schützlinge positiv überrascht.

Soziale Brücken

„Das Göttinger Symphonie Orchester hat mit diesem Konzert für Integration und Toleranz Brücken gebaut, musikalische Brücken zwischen Orient und Okzident, soziale Brücken, indem Menschen zu diesem Konzert eingeladen wurden, mit und ohne Migrationshintergrund aus allen Generationen, die bisher eher selten ein klassisches Konzert besucht haben“, sagte Göttingens Sozialdezernentin Dr. Gabriele Schlapeit-Beck.

Anfängliche Befürchtungen, es könne angesichts der großen Zahl von Schülern vielleicht unruhig oder gar laut im Saal werden, waren gegenstandslos: Diesem Mix aus orientalischer Melodik und abendländischer Harmonik lauschten die Gäste mit großer Spannung. Das gilt auch für die beiden europäischen Werke des Konzerts, die einleitende Ouvertüre zur Oper „Die Italienerin in Algier“ von Rossini und Mendelssohns dritte Symphonie, die „Schottische“. Unter den GSO-Musikern fiel dabei der einzige für dieses Werk „korrekt“ gekleidete Geiger auf: Lewis Forward, der stilgerecht mit seinem Kilt zum Dienst gekommen war. Und als sich Hisham Gabr am Schluss verbeugte und ihm dabei die welligen Haare ein Stück weit ins Gesicht fielen, meinte eine Besucherin bewundernd: „Das ist ja eine echte Dirigentenlocke!“

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