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Kooperation zwischen Hainberg-Gymnasium und Kreishandwerkerschaft

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Von: Lea Beckmann

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Robin Heide (von links), Christian Frölich, Maria Schmidt und Gerog Bartelt unterzeichnen den Kooperationsvertrag, damit sich mehr Schüler für das Handwerk entscheiden wie Corinna Gebel (hinten links) und Clara Merkel.
Robin Heide (von links), Christian Frölich, Maria Schmidt und Georg Bartelt unterzeichnen den Kooperationsvertrag, damit sich mehr Schüler für das Handwerk entscheiden wie Corinna Gebel (hinten links) und Clara Merkel. © Lea Beckmann

Die Unterschriften sind gesetzt: Nun sind das Hainberg-Gymnasium in Göttingen und die Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen Kooperationspartner.

Göttingen – Dafür unterschrieben Schulleiter Georg Bartelt, Kreishandwerksmeister Christian Frölich, Stadträtin Maria Schmidt und Robin Heide von der Südniedersachsen Stiftung den Vertrag. „Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“, sagte Georg Bartelt zur Ratifizierung des Kooperationsvertrages.

Jeder Schüler setze sich irgendwann mit der Frage auseinander, was man nach der Schule machen möchte. „Mit dieser Kooperation wollen wir die Vielfalt und den Chancenreichtum im Handwerk präsentieren“, erklärte Bartelt.

Gymnasium geht Kooperation mit Kreishandwerkerschaft ein

Die handwerkliche Karriere sei eine echte Alternative und vor allem „wir brauchen das Handwerk“, sagte Maria Schmidt. Daher sei es eine dringend erforderliche Kooperation, meinte Christian Frölich. „Wir müssen das Interesse bei den jungen Menschen wecken, denn zum Beispiel haben wir momentan 30 000 Heizungsbauer zu wenig in Deutschland“, erklärte er.

Clara Merkel und Corinna Gebel haben vor einigen Jahren das Abitur am Haineberg-Gymnasium gemacht. Mittlerweile sind sie beide im Handwerk aktiv und bereuen diesen Schritt nicht. Merkel ist Schneiderin und Meisterschülerin zur Gewandmeisterin.

Handwerklicher Beruf soll eine Alternative für Schüler werden

„Für mich war schnell klar, dass ich diesen Berufsweg einschlage, da ich schon immer gern genäht habe“, sagte sie. Frölich stellte den Aspekt der Bezahlung in den Raum. „Nicht alle Handwerksberufe bringen das große Geld, als Schneiderin braucht man daher viel Leidenschaft, aber auch nicht jedes Studium garantiert einem eine gute Bezahlung“, sagte Merkel.

Gebel ist Kraftfahrzeugtechnikermeisterin und Leiterin des Serviceplatzes für die Polizei-Fahrzeuge Göttingen. Die Kfz-Ausbildung sei bei Frauen auf Platz neun der beliebtesten Berufe, erklärte Frölich. Es sei immer noch ein sehr männerdominierender Job.

„Charakterlich muss man gestärt sein in einem solchen Beruf – da kann es schnell mal zu blöden Sprüchen kommen“, sagte Gebel. Doch die Gesellschaft akzeptiere immer mehr, dass auch Frauen in den typischen Männerberufen ihren Platz haben.

Hainberg-Gymnasium geht eine ganz neue Kooperation ein

„Solche Vorbilder wie Corinna Gebel brauchen wir, um auch andere jungen Frauen für so einen Beruf stark zu machen“, sagte Kulturwissenschaftlerin Dorothee Hemme. Sie appellierte an die Schüler, sich auf etwas einzulassen, das vielleicht nicht direkt in Frage komme.

Solch eine Kooperation zwischen einem Gymnasium und der Kreishandwerkerschaft habe es zuvor noch nicht gegeben, sagte Robin Heide. Daher gab auch er den Schülern mit auf dem Weg, wenn sie sich die Frage stellen, wofür das Herz schlägt, könnte die Antwort auch im Handwerk liegen. (Lea Beckmann)

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