Förderung für Forschungsprojekt

Krank durch Stress? Göttinger Primatenzentrum erforscht Zusammenhang

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Soziale Wesen: Ein neugeborener Berberaffe im Schoß der Erwachsenen – Primaten leben in unterschiedlichen Konstellationen. Forscher am Primatenzentrum untersuchen, inwieweit Stress in Familie und Gruppe die Anfälligkeiten für Krankheiten erhöhen.

Göttingen. Großer Erfolg für das Deutsche Primatenzentrum (DPZ): Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein Forschungsprojekt für drei Jahre mit 2,5 Millionen Euro. 

Beteiligt sind auch Forscher in Berlin und Leipzig – es sind Verhaltensforscher, Tiermediziner und Molekularbiologen. Sie alle untersuchen an wilden, in Gruppen lebenden Schimpansen, Lemuren und Makaken, wie das Sozialverhalten die Gesundheit beeinflusst – und dabei Freundschaften, aber auch sozialer Stress wie Streitigkeiten die Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern verändern.

Leben in Paaren und Harem

Die sozialen Tiere haben unterschiedliche Arten des Zusammenlebens entwickelt. Die Primaten leben in Paaren, aber auch in Haremsgruppen, gemischten Männchen- und Weibchen-Gruppen sowie in Familien.

All diese unterschiedlichen Gruppen bieten für einzelne Tiere Vorteile, so beim Nahrungserwerb, dem Schutz vor Raubtieren und beim Finden eines Sexualpartners und Partnern für die Aufzucht der „Kinder“. Aber – das kennen auch wir Menschen – das Zusammenleben bringt auch Nachteile mit sich – Ausgrenzung, Ärger, Streit um Nahrung, Partner und Stellung – also Stress pur! Positive und negative Folgen aber beeinflussen auch die Gesundheit.

Der Stress macht die Tiere anfälliger für Krankheiten. Insgesamt beeinflussen positive wie negative Aspekte des Gruppenlebens die Gesundheit und den Fortpflanzungserfolg der Individuen – so die Erkenntnisse der Forscher, die aber noch nicht viel darüber wissen, was diese Effekte bewirken.

Forschergruppe aus Medizinern, Biologen und Verhaltensforscher

Dort setzt das Forschungsprojekt mit Tiermedizinern, Molekularbiologen und Verhaltensforschern an. Sie wollen untersuchen, welche Auswirkungen Gruppengröße, Dominanzrang, Kooperationen oder Paarungsstrategien auf die Gesundheit haben, beschreibt der DPZ-Verhaltensforscher Peter Kappeler – Initiator und Sprecher der Forschungsgruppe.

Geschehen soll das über die Untersuchung von Stresshormonen, Parasitenbefall und der Zusammensetzung der Darmflora – diese Faktoren werden dann in Bezug zu den sozialen Faktoren gesetzt. 

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