Gesundes Krankenhaus wächst

Krankenhaus Göttingen-Weende stellt Ausbaupläne vor

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Krankenhaus Weende heute: Unser Luftbild vom 19. Januar zeigt das Gelände in der Nähe des Uni-Nordbereiches (oben rechts die Geologie der Uni Göttingen). Links ist das neue Parkhaus des Krankenhauses zu sehen.

Vor allem kleinere Kliniken bangen um ihre Existenz, das Evangelische Krankenhaus Göttingen-Weende hingegen setzt weiter auf Wachstum.

„Wir werden 2019 endlich bauen“, sagt der Medizinische Geschäftsführer Prof. Michael Karaus während des Neujahrsempfangs erleichtert, nach einer langen Zeit der Vorplanung. In der nächsten Woche gibt es eine „Abrissparty“, danach werden die Bagger loslegen. Zunächst wird das nutzbare Gelände von 40.000 Quadratmetern um eine Fußballfeldgröße (8000 Quadratmeter‘) wachsen. 

Erweitert wird dabei das Haus 3 um 100 Betten. Dort wird die Patientenaufnahme vergrößert, die komplette Fachklinik aus Lenglern aufgenommen und die Radiologie erweitert werden – samt MRT-Gerät direkt im Haus. 26,6 Millionen Euro dafür kommen vom Land. In einem weiteren Bauabschnitt fallen zehn Millionen Euro an. Der Antrag dafür läuft.

Bebauungsplan für zweiten Bauabschnitt entwickelt

Damit nicht genug der Vorhaben: Mit der Stadt Göttingen wurde ein Bebauungsplan für den zweiten Bauabschnitt entwickelt, der die Möglichkeiten eines sukzessive weiteren Ausbaus der Klinik beinhaltet (wir berichteten). Am Ende eines jahrzehntelangen Prozesses soll sich die Klinikfläche auf 97 000 Quadratmeter erhöhen. Zusätzliche Gebäude sollen dann Lücken zwischen bestehenden Häusern schließen.

Die Jahresbilanz zitiert Michael Karaus gerne, trotz zunächst besser erwarteter Zahlen für 2018: Die OP-Zahlen sind gestiegen. Allein in der im April 2018 eröffneten Kardiologie wurden 1157 invasive Eingriffe vorgenommen. Die Schmerztherapie wurde von acht auf 24 Betten erweitert. 

Kaum wieder zu erkennen: Das Krankenhaus Göttingen-Weende laut Mastplan von Astoc in etwa 20 Jahren. Grafik

Das Weender Krankenhaus befinde sich generell in einer „stabilen Leistungssituation“, und das nach erheblichen finanziellen Anstrengungen mit dem Kauf und Umbau von Neu-Mariahilf. Bis zur Übernahme 2014 „sind wir einen strammen Wachstumskurs gefahren“, fügt Karaus an.

Leistungen stabilisieren, Schwerpunkte weiterentwickeln

Super sei auch, dass auf der Geburtsstation Neu-Mariahilf 2018 erstmals mehr als 700 Kinder zur Welt kamen. Dazu hätten neben dem Team die wohnlicheren Räume beigetragen, so Karaus. Der „Gesundheitspark“ dort hat übrigens auch das „Maxineum“ mit vier orthopädischen Praxen um die Ärzte Georg Manthey, Volker Lasch, Christoph Rose und Axel Funke übernommen – neu ist Dr. Eckart Mössinger.

Für 2019 gab der Chef die Zielvorgabe: „Die etablierten medizinischen Abteilungen sollen ihre Leistungen stabilisieren, die neuen Schwerpunkte sich weiterentwickeln“. Aufwärts geht es auch in der Zentralen Notaufnahme: Dort gab es 2018 mehr als 40 000 Patientenkontakte. Eine 24-Stunden-Herzkatheterbreitschaft habe dazu beigetragen, ebenso eine 6-Betten-Aufnahmeeinheit. Dort kann nach einem Tag oder einer Nacht entschieden werden, „ob der Patient wieder nach Hause gehen kann, oder doch in einer Fachabteilung bleiben muss“.

Zuwachs gibt es auch bei den Pastorenstellen: Im konfessionellen Krankenhaus gibt es nun 2,5 Pastoren-Planstellen. Neu ist Pastor Spiegel-Albrecht. Für Michael Karaus sind die Seelsorger die „guten Hirten“ im Haus.

Über das Evangelische Krankenhaus

Das Evangelische Krankenhaus Weende entstand 1947 in Zusammenarbeit mit dem Lager Friedland. Den Ursprungskern des heutigen Klinikgeländes bildet eine Kasernenanlage, die in den 1930er-Jahren entstand. Das Grundkonzept ist noch heute zu erkennen. Das „Weender“ hat heute 601 Betten an den drei Standorten Weende, Göttingen Neu-Mariahilf und Bovenden-Lenglern (Lungenfachklinik).Es verfügt über elf Fachabteilungen und eine 24-Stunden-Notfaufnahme, Intensiv- und Zwischenintensivstationen. Insgesamt arbeiten nach der Übernahme von Neu-Mariahilf im Jahr 2014 etwa 1400 Menschen für das konfessionelle Krankenhaus. Die Klinik hat seit 1997 etwa 100 Millionen Euro in den Zukauf, den Ausbau und die Modernisierung investiert. 

www.ekweende.de

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