Eine von 45 Pollenfallen

Schlangenköpfe zählen Allergiewarnung am Krankenhaus Lenglern

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Hilfe beim Zählen: Britta Plessow bedient einen Zählautomaten, um die Anzahl der unter dem Mikroskop erkannten Pollen zu ermitteln. Das kleine Bild zeigt Objektträger mit Pollen.

Göttingen/Lenglern. Obwohl sich der Winter derzeit letzte Rückzugsgefechte leistet, kommt der Pollenflug in diesen Tagen wieder in Schwung. Allergiker merken es meist an ihren tränenden Augen.

Am Standort Lenglern des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende werden alle umher fliegenden Pollen gezählt. Dort steht eine von bundesweit 45 Pollenfallen. Bereits an einem der ersten sonnigen Vorfrühlingstage zählte die Station in Lenglern 82 Hasel-, sechs Erlen- und vier Birkenpollen. Einen Tag später waren es 34 Hasel-, 26 Erlen- und 64 Birkenpollen, zusammen also mehr als 200 Pollen an zwei Tagen.

Saison ab Mitte Januar

Begonnen hat die Pollensaison aber bereits Mitte Januar. „Während die Haselpollen bereits ab fünf Grad stäuben, liegt die Temperatur bei der Erle bei zirka acht Grad Celsius“, verrät Britta Plessow, Mitarbeiterin der Abteilung Pneumologie am Lenglerner Krankenhaus. Plessow ist zusammen mit Edgar Mönkeberg für das Auszählen der Pollen verantwortlich.

Mit Hilfe einer Vakuumpumpe saugt die Pollenfalle 10 Liter Luft pro Minute an. Das entspricht etwa dem Atemvolumen eines arbeitenden Menschen. Unmittelbar hinter dem Ansaugschlitz befindet sich eine Trommel, die über ein Uhrwerk angetrieben wird. Auf diese Trommel ist ein mit Vaseline beschichteter Plastikstreifen gespannt. Die in der angesaugten Luft enthaltenen Pollen werden direkt auf diesen Plastikstreifen geschossen und dort fixiert.

Zwei Millimeter pro Stunde

Die Trommel dreht sich kontinuierlich mit einer Geschwindigkeit von zwei Millimetern pro Stunde und in sieben Tagen einmal um ihre eigene Achse. Später können die Pollen unter dem Mikroskop analysiert werden. Dreimal pro Woche (Montag, Mittwoch und Freitag) wird die Pollenfalle, die auf einem Dach des Krankenhauses mit freiem Blick in die Natur steht, von den Mitarbeitern geleert.

Auswölbungen

„Die Birkenpollen kann man gut an den Auswölbungen erkennen“, verrät Britta Plessow. Ihr Kollege Edgar Mönkeberg nennt sie „Schlangenköpfe“. Die Pollen auseinander zu halten, sei nicht einfach, so die Krankenhausmitarbeiterin. In speziellen Lehrgängen werden die Pollenzähler geschult.

Die Mitarbeiter des Krankenhauses übermitteln die gezählten Pollen an den Deutschen Wetterdienst, der die Daten aufbereitet und im Rahmen der Pollenflugvorhersage zur Verfügung stellt. (p)

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