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Krebsforschung in Göttingen: Hoffnung auf maßgeschneiderte Therapie

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Von: Bernd Schlegel

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Die Universitätsmedizin in Lila
Universitätsmedizin in Lila: Mit einer besonderen Aktion setzte die UMG ein Zeichen gegen den Bauchspeicheldrüsenkrebs. © Swen Pförtner/UMG

Hoffnung in der Krebsforschung: Molekulare Informationen sollen maßgeschneiderte Therapien für Bauchspeicheldrüsenkrebs-Patienten ermöglichen.

Göttingen – Zu den besonders aggressiven Tumoren gehört der Bauchspeicheldrüsenkrebs. Göttinger Forscher wollen nun molekulare Informationen beim Pankreaskrebs entschlüsseln. Dafür erhalten sie weitere finanzielle Unterstützung.

Die Deutsche Krebshilfe (DKH) bewilligt für die zweite Förderphase 588.000 Euro. Der Betrag geht an die von Dr. Shiv K. Singh geleitete Max-Eder-Nachwuchsgruppe an der Klinik für Gastroenterologie, gastrointestinale Onkologie und Endokrinologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).

Das Programm der DKH zählt zu den renommiertesten Nachwuchsförderungsmaßnahmen in der Onkologie. Dr. Singh ermittelt mit seiner Arbeitsgruppe „krebsassoziierte Transkriptionsmechanismen“ die Ansatzpunkte für gezielte Therapien gegen den Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Krebsforschung in Göttingen: Erste Ergebnisse veröffentlicht

Die Göttinger Gruppe wird seit 2018 von der Krebshilfe gefördert. Inzwischen gelang es den Göttinger Forschern, erste therapierelevante Konzepte zu entwickeln.

Dr. Shiv K. Singh ist Leiter der Max-Eder-Nachwuchsgruppe an der Universitätsmedizin Göttingen.
Dr. Shiv K. Singh ist Leiter der Max-Eder-Nachwuchsgruppe an der Universitätsmedizin Göttingen. © p

Durch die gezielte Hemmung bestimmter Proteine ließen sich beispielsweise entzündungsfördernde molekulare Prozesse umkehren und Gene anschalten, die für ein besseres Ansprechen auf Chemotherapie verantwortlich sind. Mit dieser Behandlungsmethode in Tumoren des aggressiveren Subtyps verbesserte sich die Prognose in vorklinischen Modellen.

Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich in den renommierten Fachzeitschriften Nature Cancer, JCI Insight und Trends in Cancer veröffentlicht.

Göttingen: Identifizierung und Charakterisierung ermöglicht maßgeschneiderte Krebstherapien

Die Wissenschaftler wollen nun genauer herausfinden, wie Krebszellen mit der sie umgebenden entzündlichen Mikroumgebung interagieren, um die Krankheit voranzutreiben und die Therapieresistenz bei Bauchspeicheldrüsenkrebs zu verstärken. „Wir sind der festen Überzeugung, dass die Identifizierung und Charakterisierung tumorspezifischer Transkriptionsmechanismen nicht nur zu einem besseren Verständnis der subtypspezifischen Präzisionsbiologie führen wird, sondern auch maßgeschneiderte Therapien für Patientinnen und Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs möglich macht“, sagt Dr. Singh.

Der Wissenschaftler studierte in Indien und promovierte in Molekularmedizin an der Philipps-Universität Marburg. Von 2014 bis 2016 war er Postdoctoral Fellow am Barrow Neurological Institute in Phoenix in den USA. Seit 2016 forscht Dr. Singh als Gruppenleiter in der Klinik für Gastroenterologie, gastrointestinale Onkologie und Endokrinologie der UMG.

Bauchspeicheldrüsenkrebs führt oft schnell zum Tod

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine bösartige Erkrankung und zählt zu den aggressivsten Tumoren. Bis 2030 wird Bauchspeicheldrüsenkrebs voraussichtlich die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache sein. In Deutschland wird bei jährlich etwa 19 000 Menschen Bauchspeicheldrüsenkrebs neu diagnostiziert.

Bei einem Großteil der Betroffenen wird die Erkrankung erst in einem fortgeschrittenen Tumorstadium erkannt. Unspezifische Beschwerden, wie Bauchschmerzen, Rückenschmerzen, Diabetes, schmerzlose Gelbsucht oder Gewichtsverlust, treten häufig erst spät auf. Trotz intensiver wissenschaftlicher und klinischer Bemühungen sind die therapeutischen Möglichkeiten stark begrenzt. Die meisten Patientinnen und Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs versterben innerhalb des ersten Jahres nach der Diagnose. (Bernd Schlegel)

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