Kreuzgang durch die Innenstadt: Gedenken an Nazi-Verbrechen

Kreuzgang durch die Innenstadt: An der Aula am Wilhelmsplatz gab es für die Teilnehmer ein Kurzreferat zum Thema „Universität unter dem Nationalsozialismus. Foto: Schröter

Göttingen. Mit einem Kreuzgang durch die Innenstadt erinnerte die katholische Kirche in Göttingen am Donnerstag an die Befreiung von der Naziherrschaft und dem Ende des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren.

Einen Tag vor dem eigentlichen Gedenktag wurden historisch bedeutsame Orte aufgesucht.

Etwa 40 Frauen und Männer waren gekommen, um an dem von der Kirchengemeinde St. Michael und verschiedenen Institutionen des Michaelsviertels organisierten Kreuzgang durch die Innenstadt teilzunehmen. „In Anlehnung an die kirchliche Tradition des Kreuzweges suchen wir Orte auf, die an die nationalsozialistische Vergangenheit erinnern“, sagte Diakon Bernd Müller, der die Veranstaltung initiiert hatte.

Die Orte stünden für das Leid all jener Menschen, die Opfer des faschistischen Terrorregimes geworden sind. „Ihr Schicksal soll sichtbar werden in der Form eines Holzkreuzes und den Opfern soll im Gebet gedacht werden“, so Müller.

Nach einer Einführung im Kirchhof der St. Michael-Kirche ging es zunächst zum Zentralhotel in die Jüdenstraße, dem damaligen „Zentrum der braunen Macht“. An der Aula am Wilhelmsplatz gab es für die Teilnehmer ein Kurzreferat mit dem Titel „Universität unter dem Nationalsozialismus“ zu hören. An der Gedenktafel am Albaniplatz lautete das Motto „Wer Bücher verbrennt, verbrennt auch Menschen“.

Weitere Stationen waren die Weender Landstraße 26 (ehemaliger Standort jüdischer Häuser), der Gedenkstein „Göttinger Volksheim“ im Maschmühlenweg, der Zwangsarbeiter-Gedenkstein an der Westseite des Bahnhofs, der Platz der Synagoge, die Paulinerkirche und die Stolpersteine zur Erinnerung an die jüdische Familie Asser im Papendiek. (per)

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