Neuerscheinung

Krimi-Autor Schumacher: „Ich schreibe, wenn ich Lust habe“

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Wolf Dietrich Schumacher sitzt zum Interview im Göttinger Cafe, das auch in seinem neuen Göttingen-Krimi Erwähnung findet.

Göttingen – Der achte Göttingen-Krimi von Wolf Dietrich Schumacher, der unter dem Pseudonym Wolf S. Dietrich seine Bücher veröffentlicht, ist gerade mit dem Titel „Wenn Habich kommt“ auf den Markt gekommen.

Wir sprachen mit dem Autor, der bisher insgesamt mehr als 20 Romane veröffentlicht hat.

Worum geht es in Ihrem neuen Göttingen-Krimi?

Es geht um einen Mann, der schon vor 16 Jahren sein Unwesen in Göttingen getrieben hat. Ich habe mich an meinen Göttingen-Krimi „Die Tote im Leinekanal“ von 2003 erinnert. Der Täter saß seit damals 15 Jahre im Knast, jetzt ist er entlassen und kehrt nach Göttingen zurück. Er möchte eigentlich einen soliden Weg gehen, gerät aber durch die Verflechtung der kriminellen Szene, die ja auch im Gefängnis stattfindet, doch wieder an Leute, die ihn ausnutzen und ihm keine andere Wahl lassen, als erneut bei kriminellen Handlungen mitzumachen.

Zieht sich durch Ihre Göttingen-Krimis ein Roter Faden?

Die Handlungen sind jeweils abgeschlossen. Es gibt so etwas wie einen Roten Faden, meine Heldin in allen Göttingen-Krimis ist eine Journalistin. Sie hat einen Freund bei der Polizei. Sie sind die Protagonisten in jedem dieser Göttingen-Krimis.

Seit wann schreiben Sie Romane?

Geschrieben habe ich schon immer, nur keine Bücher. Als der Hauptstadtumzug von Bonn nach Berlin war, hat meine Frau mich auf die Idee gebracht, ich könne doch mal einen Krimi schreiben, da man fast täglich in den Zeitungen von kriminellen Machenschaften im Zusammenhang mit diesem Umzug gelesen hat. Damals haben sich viele eine Goldene Nase mit Immobilien und Schiebereien verdient. Da habe ich mir gesagt, darüber könne man in der Tat schreiben. Im Frankreichurlaub habe ich dann angefangen.

Was unterscheiden denn Ihre Krimis von anderen?

Ich hatte mir schon damals vorgenommen, etwas anderes zu scheiben, was sonst so üblich war. Meine Maxime, mein Versuch war, mich ein wenig abzuheben. Es sind keine Ermittlerkrimis, und der Schwerpunkt liegt auch nicht immer auf Mord und Totschlag. Es ist also nicht so, dass es am Anfang eine Leiche gibt und dann wird auf 300 Seiten lang ermittelt.

Wie kommen Sie auf die Tatorte?

Das hängt ein wenig von der Story ab. Wenn es Göttingen ist, versuche ich immer, die Geschichte so mit der Realität zu verknüpfen, dass die Grenzen fließend werden – das Fiktive mit dem Realen – so glaubwürdig wie möglich. Wenn es mir gelingt, dass der Leser nicht mehr weiß, was wahr und was erfunden ist, habe ich mein Ziel erreicht.

Wie lange schreiben Sie an einem Roman?

Ungefähr sechs Monate. Dann ist der Roman aber noch nicht fertig. Ich lasse ihn eine Weile liegen, überarbeite ihn dann noch einmal, bevor er ins Lektorat geht. Schmerzhaft ist, wenn die Lektorin mir dann sagt, ich müsse einiges streichen.

Wer sucht den Titel eines Buches aus?

Den schlage ich meist schon vor. Es kommt aber auch vor, dass der Verlag einen anderen Titel möchte. Wir einigen uns dann.

Kann man vom Schreiben allein leben?

Nein, es gibt ganz wenige Autoren, die das können. Nach einer SPIEGEL-Umfrage sind es 150 von 3000 deutschsprachigen Schriftstellerinnen und Schriftstellern. Viele haben einen Job, oder der Partner oder die Partnerin arbeiten. Ich bin darauf nicht angewiesen, da ich als ehemaliger Beamter eine Pension beziehe. Ich kann also ganz entspannt schreiben, habe zudem auch vonseiten meines Verlages keinerlei Druck. Ich schreibe also, wenn ich Lust habe.

Gibt es in Ihren Krimis auch Täterinnen?

Es gibt auch weibliche Täter, das sind aber die Ausnahmen – wie in der Realität. Ich habe ja eine besondere Affinität zum weiblichen Geschlecht. Darum sind alle meine Helden weiblich.

Zur Person

Wolf-Dietrich Schumacher (72) wurde in Bad Grund geboren. 1967 machte er sein Abitur in Hameln. Er studierte Germanistik und Theologie für das Lehramt an Gymnasien. Schumacher war Lehrer an der damaligen KGS in Moringen und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Georg-August-Universität in Göttingen. Er arbeitete zeitweilig auch als Didaktischer Leiter, engagiert sich in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Seine Göttingen Krimis verkaufen sich im Schnitt 5000 Mal, seine Nordsee- und Ostfriesenkrimis teilweise über 20 000 Mal. Seine Romane verlegt er im Prolibris Verlag in Kassel.

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