Wochen- und Monatskarten sind im Vorverkauf günstiger

Kritik von Pro Bahn: Tickets werden nur im Göttinger Stadtbus teurer

+
Neue Regelung: Ab 1. April werden die Fahrkarten im Bus teurer. Im Vorverkauf bleiben die Preise für Mehrfachtickets sowie Wochen- und Monatskarten praktisch gleich. 

Göttingen. Der Fahrgastverband Pro Bahn übt Kritik an der Änderung der Fahrpreis-Struktur in den Göttinger Stadtbussen zum 1. April.

Hintergrund: Teurer werden die Tickets bis auf kleine Ausnahmen nur im Bus.

Die Folge der neuen Regelung: Fahrkarten für mehrere Fahrten sowie Wochen- und Monatskarten sind im Vorverkauf günstiger als im Bus zu haben. Und genau das wird von Pro Bahn kritisiert: „Die Einführung verschiedener Preise für ein und dieselbe Fahrkarte macht die ohnehin komplizierten Tarife noch unübersichtlicher“, kritisiert Regionalvorsitzender Michael Reinboth.

Ein Beispiel: Bislang zahlt man für die Viererkarte im Göttinger Stadtbusverkehr 7,50 Euro. Dieser Preis ändert sich zum 1. April im Vorverkauf nicht. Allerdings steigt der Preis im Bus um 20 Cent auf 7,70 Euro. Ähnlich sieht es auch bei den Wochen- und Monatskarten aus. Ihr Preis bleibt im Vorverkauf gleich, im Barverkauf im Bus steigt der Preis. So kostet die Bürgerkarte (Monatskarte) ab April im Bus 50 Euro. Im Vorverkauf ist sie weiterhin für 48 Euro zu haben.

Teurer werden auch die Einzelfahrten, die man nur im Bus lösen kann. Die Einzelfahrt für Erwachsene kostet ab 1. April 2,20 statt bislang 2,10 Euro.

Die Göttinger Verkehrsbetriebe hoffen, dass sich durch die neue Tarif-Struktur mehr Fahrgäste für den Vorverkauf entscheiden und die Stopps für den Fahrkartenverkauf an den Haltestellen kürzer ausfallen können. Fahrkarten im Vorverkauf für den Stadtbusverkehr gibt es beispielsweise im Kundenzentrum am Göttinger Marktplatz.

Pro Bahn kritisiert: „Zwar kann man mit außerhalb Göttingens gelösten Fahrscheinen des Verkehrsverbundes Südniedersachsen in das Stadtgebiet hinein fahren, aber eigene Tarife und eigene Bezeichnungen für ansonsten ähnliche Tarife in der Stadt haben schon immer zu einer schwachen Akzeptanz bei den Fahrgästen geführt. Wenn jetzt noch Aufschläge kassiert werden, blickt kein Fahrgast mehr durch“, sagt der Göttinger Pro Bahn-Ehrenvorsitzende Gerd Aschoff.

Problem Achterkarten

Kritikwürdig ist aus seiner Sicht auch die Einstellung des Verkaufs von Achterkarten in den Bussen für den Göttinger Stadtverkehr, während Achterkarten für Relationen wie Göttingen-Duderstadt oder Göttingen-Angerstein in Überlandbussen weiter erhältlich sind. Achterkarten für den Göttinger Stadtverkehr gibt ab April nur noch im Vorverkauf.

Aschoff fordert nun: „Wenigstens an zentralen Haltestellen müssen Fahrkartenautomaten aufgestellt werden, um dem Fahrgast aufpreisfreie Fahrkarten zu bieten.“ 

Verkehrsverbund Südniedersachsen erhöht Preise im Juni

Unterdessen stehen auch beim Verkehrsverbund Südniedersachsen Fahrpreiserhöhungen an. Voraussichtlich zum 12. Juni sollen die Tickets teurer werden.

Das sagte der Verkehrsverbund auf Anfrage. Zunächst müsse aber noch die Genehmigung der Landesnahverkehrsgesellschaft vorliegen. Damit wird in diesen Tagen gerechnet.

Weil die neuen Tarifdaten in viele Computersysteme und Automaten eingespielt werden müssen, ist ein Vorlauf von mehreren Monaten notwendig. 

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.