Es geht um die bevorstehende DVB-T-Abschaltung

Verbraucherschützer warnen: Vodafone tarnt Werbung als offizielles Schreiben

Die Vodafone Kabel Deutschland GmbH versucht Kunden zu gewinnen. Weil die Briefe des Unternehmens aber als offizielles Schreiben getarnt sind, verunsichern sie viele Empfänger.

Das kritisiert die Verbraucherzentrale Göttingen.

Viele Verbraucher erhalten derzeit Post von dem Anbieter: Per Brief oder Postkarte informiert das Unternehmen über „wichtige Neuerungen der Telefon- und Internet-Technologie“ oder die bevorstehende DVB-T-Abschaltung.

So sehen die verschickten Postkarten aus.

Vermeintliche Zustellungsstempel, Vorgangsdaten und Rückmeldefristen sollen laut Verbraucherzentrale den Anschein erwecken, die Information habe eine gewisse Dringlichkeit und erfordere schnelles Handeln der Verbraucher.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät Betroffenen, sich von den Schreiben nicht blenden oder unter Druck setzen zu lassen. Mehrere Betroffene haben sich bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen gemeldet, da sie diese Werbung von Vodafone erhalten haben. Zwar variieren Format und Inhalt, die Masche ist jedoch immer gleich: Ein vermeintlich echter abgezeichneter Stempel „Wiederholter Zustellversuch“, Vorgangsdaten sowie ein scheinbarer QR-Code sollen nach Ansicht der Verbraucherschützer den Schreiben einen offiziellen Charakter geben. „Unserer Ansicht nach handelt es sich bei den Briefwurfsendungen um gezielte Verbrauchertäuschung“, erklärt Kathrin Körber, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Die Schreiben sind so gestaltet, dass sie nicht sofort als Werbung erkennbar sind.

Die Empfänger werden aufgefordert, sich spätestens bis Ende Februar 2017 telefonisch bei Vodafone zu melden. So wird bewusst Handlungsdruck erzeugt“, sagt Körber. Viele Verbraucher berichten, für sie habe der Eindruck bestanden, sie müssten tätig werden. Dies sei jedoch keineswegs der Fall.

Verbraucher, die sich nicht innerhalb der gesetzten Frist bei dem Unternehmen melden, haben keinerlei rechtliche Folgen zu erwarten, so die Verbraucherschützer. „Schweigen gilt nämlich grundsätzlich nicht als Willenserklärung“, sagt Körber.

Nicht voreilig handeln 

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät daher, die Schreiben schlicht als Werbung zu behandeln und gegebenenfalls zu entsorgen. Empfänger, die an einem neuen Tarif oder an der zukünftigen Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 interessiert sind, sollten sich vorab gründlich informieren und am Telefon nicht voreilig in einen Vertragsschluss oder eine Tarifänderung einwilligen.

Wer sich zukünftig Werbung dieser Art ersparen möchte, kann Vodafone gegenüber auch der Kontaktaufnahme widersprechen, so die Verbraucherzentrale.

Mehr Informationen gibt es bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Hintergrund: Neues digitales Antennenfernsehen ab Herbst in Südniedersachsen

Das digitale Antennenfernsehen DVB-T wird in Südniedersachsen voraussichtlich im November 2017 durch eine neue Technologie ersetzt. Dann geht DVB-T2 HD an den Start. Dazu werden allerdings neue Empfangsgeräte benötigt. Der Vorteil für den Fernsehkunden: Er kann viele Sender zukünftig in hochauflösender Qualität (HD) genießen. In der Region Südniedersachsen werden allerdings weiterhin nur öffentlich-rechtliche Sender über Antenne empfangbar sein. Wer Privatsender sehen möchte, muss auf den Empfang per Satellit oder per Fernsehkabel umsteigen. In Ballungsräumen erfolgt die Umschaltung auf die neue Technologie bereits Ende März.

www.dvb-t2hd.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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