Diskussion mit Weendern

Künftige Nutzung des Dragonerangers: Bürger werden beteiligt

Protestschilder am inzwischen auf Eis liegenden Industriegebiet Dragoneranger im Göttinger Norden: Der Unmut der Weender zeigt im Wahljahr Wirkung.
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Protestschilder am inzwischen auf Eis liegenden Industriegebiet Dragoneranger im Göttinger Norden: Der Unmut der Weender zeigt im Wahljahr Wirkung.

Ein Nutzungskonzept für den Dragoneranger, dessen industrielle Nutzung auf heftigen Protest gestoßen ist, soll die Stadt gemeinsam mit Weender Bürgern erarbeiten. Mit einem entsprechenden Antrag, den die Grünen im Rat einbrachten, wird sich nun der Umweltausschuss befassen.

Göttingen – Eine sozial-inklusive Landwirtschaft und Agrophotovoltaik, bei der Bauern den Acker unter entsprechend hoch installierten Solaranlagen bewirtschaften, können sich die Grünen vorstellen. Das führte ihr Fraktionsvorsitzender, Rolf Becker, aus. Solche Nutzungen müsse die Stadt bei der Neuverpachtung der Flächen einfordern. Zudem machten sich die Grünen für einen verbesserten Zugang zum angrenzenden Naherholungsgebiet Leineaue stark.

Um eventuell noch vorhandene „Versiegelungsfantasien“ zu „unterbinden“, solle der Rat den Bebauungsplan für das 14,7 Hektar große Areal nördlich des Autobahnzubringers und parallel zur Bundesstraße 3 aufheben. Er sieht eine industrielle Nutzung der Fläche vor. Dagegen hatten sich im vergangenen Jahr 3000 Bürger bei einer Unterschriftenaktion ausgesprochen. Viele der Gegner leben im angrenzenden Neubaugebiet auf dem ehemaligen Huhtamaki-Gelände. Sie zeigten sich vor allem durch die geplante Errichtung eines Betonwerks alarmiert. Der Rat der Stadt reagierte und strich die Gelder für die Erschließung des Industriegebiets aus dem Haushaltsentwurf.

Die Grünen fordern nun, „um klaren Tisch zu machen“, eine erneute Ausweisung des Dragonerangers als Landschaftsschutzgebiet. Becker: „Wir wollen nicht gegen einen ganzen Stadtteil entscheiden. Damit revidieren wir den Beschluss zum Flächennutzungsplan von 2017.“ Der Fraktionschef bekannte sich zum Erhalt von Ackerboden und dem „Einpreisen von Umweltkosten“ bei der „fiskalischen Bewertung“ von Flächen.

Die SPD, anfangs treibende Kraft bei der Ausweisung des Industriegebiets, bekannte sich nun zum Votum der Bürger. Im nächsten Schritt sei zu prüfen, ob sich die Wünsche der Weender mit den Auflagen eines Landschaftsschutzgebietes deckten, führte SPD-Fraktionschef Tom Wedrins aus. Der Antrag der Grünen mit dem Änderungsantrag der SPD wurde einstimmig in den Ausschuss verwiesen. (Michael Caspar)

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