Kräne drehen sich voraussichtlich Ende 2018 oder Anfang 2019

Künftiges Bettenhaus ist neue "Herzkammer" der Göttinger Uni-Medizin

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Vor der Baugrube für das künftige Bettenhaus der Universitätsmedizin Göttingen: (von links) Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU), Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Sprecher des UMG-Vorstandes, Dr. Sebastian Freytag und Dr. Martin Siess (beide vom UMG-Vorstand) sowie Prof. Dr. Hans-Jochen Heinze, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates Universitätsmedizin Niedersachsen.

Göttingen. Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) hat am Dienstag den Startschuss für die Umsetzung des ersten Bauabschnitts der künftigen Universitätsmedizin Göttingen (UMG) gegeben. Voraussichtlich ab Ende 2018 oder Anfang 2019 drehen sich die Kräne für das künftige Bettenhaus.

Fertiggestellt werden soll der 162 Millionen Euro teure Bettenhaus-Neubau voraussichtlich im Jahr 2022. Derzeit laufen die Ausschreibungen für das Haus mit 624 Betten auf Normal- und Intensivstationen sowie in poliklinischen Bereichen. Dort werden dann Herzmedizin, die Neurologie mit Kopfzentrum sowie die Innere Medizin einziehen.

Der Neubau ist Teil der Gesamt-Erneuerung der Universitätsmedizin Göttingen, die bis 2032 erfolgen soll. Dafür will das Land Niedersachsen insgesamt gut eine Milliarde Euro ausgeben.

Die Universitätsmedizin Göttingen ist die mit Abstand größte Klinik der Region und hat knapp 7100 Beschäftigte. 2017 wurden 65 700 Patienten betreut. Hinzu kommen 410 000 Patienten-Kontakte im ambulanten Bereich.

Neubau des Bettenhauses: So soll das künftige Gebäude von außen aussehen.

Aus Sicht von Minister Thümler ist das neue Bettenhaus die „Herzkammer“ der künftigen Universitätsmedizin Göttingen. Mit Blick auf den Neubau, für den das Land bereits 150 Millionen Euro im Haushalt hinterlegt hat, ergänzte der Minister, der erst seit knapp 70 Tagen im Amt ist: „Die Zentralisierung sorgt für effektive Strukturen und kurze Wege und ist damit eine spürbare Verbesserung für Patienten und Ärzte.“ Dieser erste Bauabschnitt wird aus dem normalen Haushalt des Landes finanziert. Bei weiteren Bauabschnitten wird die UMG von einem Sondervermögen den Landes profitieren, in dem derzeit 600 Millionen Euro geparkt sind. Dieser Betrag soll noch auf 900 Millionen Euro aufgestockt werden. Damit Geld aus diesem Topf fließen kann, muss die Generalplanung verfeinert werden.

Bettenhaus mit Landeplatz

Auf insgesamt acht Ebenen wird im künftigen neuen Bettenhaus der Universitätsmedizin Göttingen gearbeitet. Der siebengeschossige Neubau kostet 162 Millionen Euro, zwölf Millionen Euro davon bringt die UMG selbst auf.

Erschließung

Die Erschließung des Gebäudes erfolgt über einen zweistöckigen Interimsgang zur Magistrale des Neubaus.

Ebene 02 (Keller)

Auf dieser Ebene werden Werkstätten untergebracht – unter anderem für Elektrogeräte, medizinische Geräte, die Patientenbetten. Außerdem werden dort Personalumkleidungen und Lagerflächen zu finden.

Ebene 01

Auf dieser Ebene wird ein Intensivbereich mit insgesamt 80 Betten angesiedelt, unter anderem für Herz- und Neurologie-Patienten.

Ebene 0 (Erdgeschoss)

Dort befindet sich der Haupteingang des neuen Bettenhauses. Dort werden die Ambulanz des Herzzentrums, die Ambulanz des Neurozentrums zu finden sein. Außerdem wird dort eine neurologische Tagesklinik mit zehn Betten Platz finden. Hinzu kommen Forschungsbereiche sowie Seminar- und Konferenzräume.

Ebene 1

Auf Ebene 1 wird ebenengleich mit dem künftigen Zentral-OP, der als nächster Bauabschnitt errichtet werden soll, der operative Intensiv-Bereich mit 79 Betten angesiedelt.

Ebene 2

Auf Ebene 2 wird die erste Normalpflege-Ebene des Herzzentrums mit 152 Betten zu finden sein. Geplant sind insgesamt vier Stationen zu je 38 Betten. Die kompakten, ringförmig um einen Lichthof angeordneten Zimmer ermöglichen kurze Wege. In jeder Station gibt es einen Pflegestützpunkt. Außerdem gibt es Räume für die Bettenaufbereitung, die Physio-, Ergo- und Logopädie.

Ebene 3

Dort befinden sich die Normalpflege-Stationen des Chirurgischen Zentrums mit ebenfalls 152 Betten. Die Raumaufteilung ist die gleiche wie in Ebene 2.

Ebene 4

Dort wird das Neurozentrum einziehen. Der Grundriss gleicht ebenfalls den Ebenen 2 und 3. Allerdings werden dort das Epilepsiemonitoring und ein Schlaflabor zu finden sein. Wegen des dadurch erhöhten Bedarfs an Nebenräumen werden dort etwas weniger Patientenbetten aufgestellt.

Ebene 5

Auf der zurückgesetzten Ebene werden vor allem Technikräume zu finden sein. Außerdem sind 30 Bereitschaftsräume für ärztliches Personal sowie Nebenräume für die Luftrettung vorgesehen.

Ebene 6

Dort wird zukünftig der Hubschrauberlandeplatz mit Hangar und die Station der DRF-Luftrettung angesiedelt. Über einen eigenen Aufzug können die Patienten in den Schockraum im künftigen OP-Trakt gefahren werden. 

Weitere Infos zur Universitätsmedizin Göttingen gibt es im Internet.

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