Kultur-Genuss der entspannten Art: Nacht der Kultur als Magnet

Voller Platz: Das Konzert des Göttinger Symphonie Orchesters gehört seit jeher zur Nacht der Kultur und es lockt immer wieder viele zahlende Besucher an. Dazu kommen tausende, die rund um das abgesperrte Areal stehen und zuhören. Foto: Jelinek

Göttingen. Voll war es in der Innenstadt – zu einer Zeit, in der sonst der Publikumsverkehr überschaubar ist: Die Nacht der Kultur lockte am Freitagabend viele tausend Menschen in die Fußgängerzone samt Nebenstraßen.

Hielt sich der Andrang in den ersten Stunden – die Veranstaltung begann am Nachmittag – noch in Grenzen, so war ab 22 Uhr teilweise kaum noch ein Durchkommen, wie am berüchtigten Engpass vor der Weinhandlung Bremer in der Barfüßerstraße.

Voll war es auch am Wilhelmsplatz, wo die Baustelle vor der ehemaligen Uni-Mensa die Veranstaltungs- und Bühnenfläche deutlich verkleinerte. „Wir wollten aber an diesem Platz trotzdem eine Bühne und ein starkes Programm anbieten“, sagte Mit-Organisator Klaus Faber. Und Stark war das Programm: Hier traten die formidable Uni-Big-Band XYJazZ , Bacalao und die Lokalmatadore von Seven Up auf – viel Bewegung war auf dem „Willi“ kaum möglich.

Entspannter war es nur wenige Meter entfernt in der Burgstraße, wo Kunsthandwerker und Schmuckhersteller wie Conny Bellersen ihre feinen Waren zum Verkauf anboten. „Es ist viel los, wunderbar. Das zeigt doch, dass die Göttinger solche Veranstaltungen wie die Nacht der Kultur wollen“, sagte die Schmuck-Herstellerin Bellersen.

Prächtige Stimmung herrschte auch vor der Bühne Paulinerstraße: Dort begeisterte der Sänger Chris Cosmo auch das jüngere Publikum. Später sorgten die starken Musiker von Brazzo Brazzone & The World Brass Ensemble mit ihrem Italo-Soul´n Funk für Begeisterung. Bewegung war angesagt, tanzend.

Standesgemäß statischer lauschte das Publikum den Klängen des Göttinger Symphonie Orchesters unter Leitung von Christoph-Mathias Mueller, der ein buntes Programm gebastelt hatte, das auch die wunderbaren Interpretationen der Filmmusiken von „Pretty Woman“ über „Dschungelbuch“ bis „Batman – The Dark Knight“ bot. ERgebnis: Viel Beifall der zahlenden wie auch der um den abgeteilten Publikumsbereich stehenden Zuhörer.

Nacht der Kultur in Göttingen

Hören konnten auch die lockeren Kulturnacht-Besucher davon noch etwas am Kornmarkt, wo 20 Sofas zum Chillen und Füße schonen einluden. Ähnlich relaxt war die Atmosphäre im lauschigen Hof der St.Michael-Gemeinde.

Ruhige Minuten waren auch in den Galerien zu erleben: so bei Ahlers oder im Künstlerhaus, wo viele Menschen ganz entspannt die wunderbaren Kunstwerke betrachten und teilweise auch mit den Ausstellern sprechen konnten.

Alte Bekannte schauten übrigens spontan vorbei: Mark Gillespie bot mit Unterstützung ein – nicht angekündigtes – Konzert am Nabel, ohne Bühne, aber mit viel Qualität. Toll.

Kurzum: Die Nacht der Kultur von Pro City bot – wieder einmal – ein ganz entspanntes Kulturerlebnis in einer lauen Sommernacht. Aber: Noch mehr Geschäftsleute könnten mitmachen, um diese Nacht in Göttingen noch erlebnisreicher zu machen.

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