Kulturdolmetscher sollen Flüchtlingen zur Seite stehen

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Qualifizierung geplant: Andernorts gibt es bereits Kulturdolmetscher. Einer von ihnen ist Ayhan Chantay (Bild), der in Hamburger Schulen zwischen den Kulturen vermittelt.

Göttingen. Der Landkreis Göttingen lässt Menschen mit Migrationshintergrund zu Kulturdolmetschern ausbilden, damit sie neu zugewanderten Flüchtlingen zur Seite stehen können.

Für die Qualifizierung werden Interessenten gesucht, die Sprachen beherrschen, die viele der Flüchtlinge sprechen, und die sich in dem Kulturkreis der Herkunftsländer auskennen. Als Kulturdolmetscher sollen sie zwischen der deutschen und jeweiligen Herkunftskultur vermitteln, Flüchtlinge beraten und begleiten.

Geplant sind zwei zeitlich versetzte Lehrgänge, die die Bildungsvereinigung Arbeit und Leben und die Ländliche Erwachsenenbildung im Auftrag des Landkreises Göttingen anbieten. Den Unterricht gestalten Honorarkräfte, die zum Teil vom Institut für angewandte Kulturforschung vermittelt werden. Da der Landkreis die Lehrgänge finanziert, ist er für die Teilnehmer kostenfrei. Wie viel Geld die Lehrgänge kosten, steht noch nicht fest.

Die beiden Kurse für jeweils bis zu 16 Teilnehmer umfassen 320 Unterrichtsstunden. Täglich sind sechs Unterrichtsstunden geplant.

Das Lehrgangsprogramm deckt eine Vielzahl von Bereichen ab:

• Interkulturelle Kommunikation;

• Gesprächsführung und Kommunikation mit Behörden, Schulen und anderen Einrichtungen;

• Übersetzen und Dolmetschen;

• Konfliktbearbeitung und Mediation;

• Rechtlicher Überblick über Aufenthaltsrecht und andere relevante Gesetze und Bestimmungen;

• Kindergärten, Schulsystem und Schulrecht;

• Ausbildungs- und Berufseinstiegsmöglichkeiten;

• Gesundheits- und Sozialsystem in Deutschland;

• Umgang mit traumatisierten Personen

• Überblick über Beratungsangebote und Flüchtlingsorganisationen in Göttingen.

Nach ihrer Qualifizierung sollen die Kulturdolmetscher unter anderem Kindern und Jugendlichen die Integration in Kindertagesstätten und Schulen erleichtern, beim Berufseinstieg helfen, Flüchtlinge zu Ärzten, Sozialeinrichtungen und Behörden begleiten und dort dolmetschen. Außerdem sollen sie für mehr Verständnis zwischen deutschen und anderen Kulturen werben.

Der erste Lehrgang soll am 23. November im Kulturzentrum Godehardstraße 19 beginnen, der zweite etwas später bei der Ländlichen Erwachsenenbildung, Groner Landstraße 27.

Sechs Interessenten haben sich bereits gemeldet. Weitere können sich unter der Telefonnummer 0551-49 507-13 an Anita Sander wenden, Mail anita.sander@aul-nds.info

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