Kultursommer: Krimilesung mit Gabriela und Michael Gwisdek

Krimilesung mit Gabriela und Michael Gwisdek: Dabei ging es im Alten Rathaus um den Psychothriller „Nachts kommt die Angst“. Foto: Kuhl

Göttingen. Hochspannung herrschte im Alten Rathaus am Gänseliesel in Göttingen. Krimiautorin Gabriela Gwisdek las aus ihrem aktuellen Psychothriller vor.

Unterstützt wurde sie dabei von Ehemann und Schauspieler Michael Gwisdek.

Der TV-Tatort macht Sommerpause, also zog es deutlich über 200 Göttinger Krimifans in den nicht ganz gefüllten Saal im Alten Rathaus. Zur Einleitung wies die Organisatorin, Margot Blotevogel vom Fachdienst Kultur der Stadt Göttingen, auf den besonderen Charakter des Abends hin: „Krimis wurden hier im Kultursommer schon öfter gelesen, doch dass wir die Autorin selbst zu Gast haben und sie aus ihrem Werk liest, ist eine kleine Premiere.“

Was folgte war ein spannender Abend, der weit über eine Autorenlesung der üblichen Art hinaus ging. Als das Ehepaar Gwisdek, begrüßt von lang anhaltendem Beifall, das Podium übernahm, sorgte zunächst Michael Gwisdek mit amüsanten Einlagen für eine entspannte Atmosphäre.

Die beiden Gwisdeks spielten sich bei alledem die Bälle geschickt zu, was sich während der eigentlichen Lesung fortsetzte. Den größten Teil übernahm dabei der Schauspieler, der sich - entgegen seiner warnenden Ankündigung - wie die Autorin selbst als ein hervorragender Vorleser mit Hörbuch-Qualitäten präsentierte. „Sechs rothaarige Frauen werden ermordet und irgendwer ist der Mörder“, hatte er vorab den Inhalt des Thrillers in wenige Worte gefasst.

Während der Lesung herrschte Totenstille im Saal, auch wenn die anwesenden Krimifreunde keine „mörderischen“ Textstellen zu hören bekamen. „Die sollt ihr im gekauften Buch lesen“, erklärte Michael Gwisdek zwischendurch mit seinem auflockernden Humor, der sich trotz des todernsten Themas durch den gesamten Abend zog. „Humor gehört dazu.“ Die eigentliche Lesung endete nach rund 90 kurzweiligen Minuten und nun hatte das Publikum die Gelegenheit, den weiteren Verlauf des Abends mit Fragen ans Podium zu gestalten; nur Fragen zum Mörder waren verständlicherweise unzulässig.

„Schreiben lernt man durchs Schreiben“, erklärte Gabriela Gwisdek. Sie möge Gruselfilme, und es mache ihr Spaß, mit den Urängsten der Menschen zu spielen. Zur Entwicklung eines neuen Krimis gehöre sehr viel Recherche, oft per Internet. Trotzdem wisse sie oft während des Schreibens noch nicht, wie eine Geschichte ausgeht: „Die Geschichte und ihre Figuren verselbstständigen und entwickeln sich.“ Bei keinem ihrer Bücher kannte die Autorin vorab den Schluss. Dabei nicht den Faden nicht zu verlieren, sei besonders wichtig.

Als die Veranstaltung endete, hatten die Besucher einen ebenso kurzweiligen wie charmanten Abend erlebt. Einige hätten gerne noch weitere Kapitel aus dem Buch gehört, andere nutzten die Gelegenheit, im Anschluss mit der Autorin persönlich zu sprechen und sich Bücher signieren zu lassen.

Von Harald Kuhl

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