Protest gegen die Göttinger Polizeieinheit BFE

Leuchtraketen bei Demo gegen Polizei

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Göttingen. Unter dem Motto „Kein Platz für Polizeigewalt in Göttingen und überall“ stand eine Kundgebung am Freitagabend auf dem Marktplatz in Göttingen.

Die etwa 100 Demonstranten forderten in mehreren Redebeiträgen die Abschaffung der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) der Polizei.

Vermummte trugen dabei auch Transparente mit Aufschriften wie „Love Antifa – hate Cops“, Liebe die Antifa, hasse Polizisten.

Aufgerufen zu der Protestaktion hatten unter anderem die Jusos, die Grüne Jugend und das Bündnis 90/Die Grünen. Sie sprachen von 150 Teilnehmern. Hintergrund ist der Jahrestag eines Polizeieinsatzes im Neuen Weg in der Göttinger Weststadt bei einer geplanten Rückführung eines somalischen Asylbewerbers nach Italien. Die Göttinger Ausländerbehörde hatte damals die Polizei um Hilfe gebeten. Die eingesetzten Beamten hatten die Aufgabe, Mitarbeitern den Gang zur Wohnungstür des 30 Jährigen Somaliers zu ermöglichen.

Dabei war es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen, es gab Verletzte. Die Behörde hatte daraufhin die Rückführungsaktion abgebrochen. Der Mann fand später Asyl in einer Kirchengemeinde im Landkreis Göttingen.

„Bei dem brutalen Versuch, die Abschiebung des somalischen Geflüchteten durchzusetzen, verletzte die Göttinger BFE mehr als ein Dutzend Menschen durch Faustschläge, Schmerzgriffe und den Einsatz von Pfefferspray“, heißt es in der Pressemitteilung der Grünen Jugend Göttingen anlässlich des Jahrestages.

Außerdem erlitten damals mehrere Menschen Bissverletzungen durch Polizeihunde. Es sei nicht der erste überzogene Gewalteinsatz der für ihr unverhältnismäßiges Agieren bekannten Göttinger BFE gewesen, so die Grüne Jugend. 50 politische Gruppierungen und zahlreiche Einzelpersonen fordern seitdem in einem offenen Brief die Abschaffung dieser Polizeieinheit.

Demo gegen Göttinger Polizeieinheit

Am Gänseliesel verlangten die Demonstranten am Freitagabend erneut, dass die Polizei die Unverhältnismäßigkeit dieses Einsatzes zugeben müsse. Am Ende der Kundgebung zog eine Demonstration durch mehrere Straßen der Innenstadt, dabei wurden Leuchtraketen abgefeuert Leuchtraketen ab. Zu Ausschreitungen kam es nicht. Auf dem Wilhelmsplatz endete der Aufzug und kam es zu einem Zwischenfall: Ein Passant hatte zu den Demonstranten „Sieg Heil“ gerufen, was von Polizisten bemerkt wurde. Der Mann muss nun wohl mit einer Anzeige wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen rechnen. (ysr/tko)

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