Projektwoche

Kunst hautnah erleben: Göttinger Schüler drehen Musikvideo

+
Wie an einem echten Filmset: Die Schüler der BBS1 Arnoldi-Schule haben bei ihrer Projektwoche ein professionelles Musikvideo gedreht – und konnten alles von der Pike auf kennenlernen. Als besondere Kulisse diente die Fun-Sporthalle des SC Hainberg.

Es ist eine Projektwoche der besonderen Art, die Schüler der Göttinger Arnoldi-Schule Kunst und Musik am eigenen Leib erleben lässt.

Es sollte ein Musikvideo werden, ähnlich wie es viele aus den Zeiten der Musiksender Viva und MTV kennen. Bei dem Projekt „Let’s Play Elswhere“ vom Göttinger Kunstverein und dem Kulturzentrum KAZ, standen Schüler das erste Mal vor der Kamera – und dahinter. Das Junge Theater stellte die Kostüme für die Tanzgruppe, der SC Hainberg die Räume in der Fun-Sporthalle zur Verfügung.

Begrenzte Zeit von Idee, Umsetzung und Dreharbeiten

Nur fünf Tage hatten die Jugendlichen der BBS1 Arnoldi-Schule für alles Zeit. Nach theoretischer Einführung in die Technik für die Kameraleute und dem Erstellen sowie Einstudieren der Choreographie wurde der Videoclip über drei Tage hinweg gedreht. 

„Wir machen das, was andere in 30 Tagen machen, in nur drei“, schilderte Max Holicki, Leiter der Kunstvermittlung beim Göttinger Kunstverein.

In Gruppen aufgeteilt haben die Schüler die verschiedenen Arbeitsschritte, die es für ein Musikvideo braucht, kennengelernt und selbst umgesetzt. Kreativ werden konnten sie dabei in den Bereichen Drehbuch, Tanz-Choreographie, Schauspiel, Kostüm- und Bühnenbild, Film und Videoschnitt.

Jugendliche bewiesen Talente vor und hinter der Kamera

Die Musik für das Video gab es vom Hamburger Hip Hop-Künstler „Verflucht Leon“ mit dem Song „Zeitraffer“. Die Schüler haben den Liedtext für sich interpretiert und sich mit der professionellen Choreografin Alina Cebulla Tanzschritte überlegt. „Man merkt, wie ehrgeizig und stolz die Schüler sind, wenn sich die ersten Erfolge zeigen“, sagt sie. Die 22-jährige Göttingerin tanzt auf Bundesliganiveau beim sogenannten Video-Clip-Dancing.

„Wir haben vor und hinter der Kamera echte Talente entdeckt“, sagt Anne Moldenhauer, Geschäftsleiterin des KAZ. Viele der Jugendlichen bewiesen sich als tänzerisch begabt, aber auch im Filmteam offenbarten einige Schüler ihr technisches Talent. 

So wie Titus Theuerzeit. Der 17-jährige Hobbyfotograf kannte sich zwar bislang eher mit seiner analogen 70er-Jahre-Kamera aus, machte sich aber schnell mit dem digitalen Filmdreh vertraut.

Titus Theuerzeit steht beim Dreh hinter der Kamera.

Viele hatten noch keine Vorerfahrung 

Das Projekt war eine Herausforderung für die Jugendlichen, denn die meisten hatten keinerlei Vorerfahrungen. „Viele der Schüler hatten zuvor noch nie eine Kamera in der Hand und tanzen auch zum ersten Mal“, betonte Holicki.

Das Video-Projekt fördere zudem die Teamfähigkeit und auch die Geduld der Schüler, sagt Klassenlehrerin Dorothee Körner. Dieser Meinung ist auch die 17-jährige Kim Eggert, die in der Kostümgruppe tätig war: „Das Projekt hat unseren Klassenzusammenhalt gestärkt.“

Die Projektwoche war etwas Besonderes für die Schüler der BBS1, bei denen normalerweise Wirtschaft und Verwaltung auf dem Stundenplan stehen. Kunst und Musik gibt es in ihrem Schulalltag sonst nicht. Unter anderem aus diesem Grund ist es laut Carola Gottschalk vom Kunstverein so wichtig, den Jugendlichen die Kunst näher zu bringen.

Nach dem 27. September ist das Video online zu sehen

Das fertige Video wollen sich alle Beteiligten am 27. September gemeinsam in der Arnoldi-Schule anschauen. Danach ist es im Internet auf einem Kanal des Kunstvereins auf der Videoplattform „Vimeo“ zu finden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.