Skurrile Polizeigeschichten

Kuriose Göttinger Kriminalfälle: Haschkekse und Teddybär

Kuschelbär Pauli ist wieder da: Darüber freuten sich im Juni Julius, seine Mutter Alexandra Jochheim, Verkäuferin Doreen Neumann-Fock (links) und Polizei-Pressesprecherin Jasmin Kaatz. Foto: bsc

Göttingen. Oft muss sich die Göttinger Polizei mit kuriosen Fällen befassen. Hier eine Auswahl aus dem Jahr 2014.

Bovenden: Ein bei Gartenarbeiten ausgebuddelter Knochen war es, der im Mai eine Anwohnerin aus Bovenden zur dortigen Polizeistation führte. Es ging um die Frage, ob der Fund menschlichen Ursprungs war. Deshalb fuhr ein Polizist mit dem Knochen zum Veterinäramt. Die Diagnose: Keine Panik! – der Knochen stammte von einem Rind.

• Duderstadt: Helle Aufregung im Mai im beschaulichen Duderstadt. Mitten in der Woche. Es begann am frühen Abend. Da erregte ein verdächtiger Geländewagen im Bereich Euzenberg mit seltsamen Antennen auf dem Dach die Bürger und ließ mehrere besorgte Anrufe bei der Polizei Duderstadt eingehen. Es stellte sich heraus: Das Interesse galt gechippten Fledermäusen. Sie wollte der Mann im offiziellen Auftrag und damit völlig legal aufspüren.

• Göttingen: Enormer Durst muss es wohl gewesen sein, der einen 57 Jahre alten Mann dazu trieb im Juli diesen Jahres gleich in zwei Nächten hintereinander in denselben Göttinger Getränkehandel einzubrechen. Eingenickt in einer Bushaltestelle sitzend, umgeben von einigen leeren und auch noch gefüllten Fläschchen, wurde eine Funkstreife auf den mutmaßlichen Dieb aufmerksam. In Anbetracht des Leergutes fiel bei den Ermittlern schnell der Groschen. Der alkoholisierte 57-Jährige wurde festgenommen und zur Wache mitgenommen. Er räumte später beide Einbrüche ein.

• Rosdorf:  Zwei junge Tüftler ließen im August einen Heißluftballon aus Folie und Einweggrill in der Feldmark zwischen Rosdorf und der Autobahn 7 steigen. In einer geschätzten Höhe von rund 100 Metern flog die Konstruktion danach in westlicher Richtung über die gesamte Ortschaft Rosdorf hinweg. Offensichtlich selbst überrascht von den Flugfähigkeiten des durchsichtigen Eigenbaus mit einem Durchmesser von etwafünf Metern sind sie ihm mit ihren Rädern hinterhergefahren. Was den beiden Bastlern offenbar nicht bekannt war: Für ein solches Flugexperiment ist eine Genehmigung erforderlich. Deshalb gab es für die Studenten eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Luftverkehrsgesetz.

• Göttingen: Hier ein Kriminalfall, der die Polizei Göttingen aktuell beschäftigt. Sicherlich gefreut haben dürfte sich ein Göttinger Kioskbesitzer über einen kleinen Beutel mit Keksen, den ihm ein unbekannter Mann am Vormittag des Heiligen Abends in seinem Laden zu Weihnachten geschenkt hat. In der Mittagspause ließ sich der Geschäftsmann nach eigenen Schilderungen die Leckerei bei einem Kakao schmecken. Doch dann kam alles anders. Rund eine Stunde nach dem Genuss wurde dem Mann plötzlich fürchterlich übel, und er musste sich übergeben. Auch von Halluzinationen ist die Rede. Ein Mitarbeiter rief schließlich den Rettungswagen. Der Kioskbetreiber kam ins Krankenhaus. Die Polizei Göttingen geht nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass es sich bei dem „Weihnachtsgebäck“ vermutlich um „Haschkekse“ gehandelt hat. Es wurde deshalb ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der gefährlichen Körperverletzung gegen „Unbekannt“ eingeleitet. Der Beutel und ein verbliebener Keks wurden von den Beamten sichergestellt. Die Ermittlungen dauern an.

Außerdem gab es zwei Happy Ends:

Die Besitzerin eines Goldrings, der in einem Parkhaus gefunden wurde, meldete sich im August bei der Polizei. Sie hatte ihn nach einem Kinobesuch verloren.

Außerdem kam im Juni ein vergessenes Stofftier zu seinem jungen Besitzer zurück. Teddybär „Pauli“ war in einem Geschäft in der Göttinger Innenstadt vergessen worden. Mit Hilfe sozialer Medien fand der Teddy wieder nach Hause. (bsc)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.