KWP-Open-Air am Freitag: Vielfalt, Traumwetter und junge Fans

Tolle Atmosphäre, starker Auftritt: Namika gastierte am Freitagabend im Kaiser-Wilhelm-Park. Foto: Kuhl

Göttingen. Musik im Göttinger Wald: Das Kultfestival im Kaiser Wilhelm Park hielt bereits am ersten Tag, was es verspricht.

Und: So viele junge Fans waren wohl noch nie in mehr als zwei Jahrzehnten im KWP als am Freitag. Einen abwechslungsreichen Abend erlebten am Freitagabend bis tief in die Nacht etwa 2000 Besucher des Open- Air-Festivals im KWP. Bei bestem Wetter und in einer lauen Sommernacht strömten die Besucher auf das Gelände im Göttinger Stadtwald, um das vom Fachdienst Kultur der Stadt Göttingen wie immer bestens organisierte Musikevent nicht zu verpassen. Versprochen war ein vielfältiges Programm – auch mit politischen Zeichen, Nachwuchsmusikern und Stars.

Tolles Bild: Das Boat-People-Projekt „Flutlicht“ brachte Musik und viele Menschen aus verschiedenen Ländern auf die Bühne – junge Flüchtlinge sangen und tanzten. Foto: Kuhl

Jung sind Luzy und Miry, die den Musikcontest „Local Heroes“ in Göttingen gewonnen und sich so ihren Auftritt beim KWP erspielt hatten. Zum Auftakt des Abends spielte das Duo am Schlagzeug überzeugte das Publikum mit ihren gefühl- und kraftvollen englischen Songs. Manchmal melancholisch, dann wieder ermunternd, sangen sie über die Überwindung von Selbstzweifeln, die Suche nach dem Glück und Konflikte in der Liebe.

Am Schluss des mit knapp 30 Minuten zu kurzen Konzerts lud das Duo ihre Fans zum Niedersachsenfinale von Local Heroes am kommenden Freitag nach Hannover ein. „Wir haben noch Plätze im Bus frei,“ ermunterte Luzy.

Nach kurzer Umbaupause übernahm das Boat People Song Project mit Liedern aus dem Musiktheater „Flutlicht“ die Bühne. Begleitet vom musikalischen Leiter, Hans Kaul, und einer Band erfahrener Musiker sangen Jugendliche ihre Lieder aus Kurdistan, Somalia, Afghanistan und Eritrea. Sie handelten auch von getrennten Familien, unüberwindbaren Hürden bei der Suche nach Glück und der Liebe zur Heimat.

Mit viel Energie und Engagement vorgetragen, tanzten Sänger und Publikum zum Abschluss dieses beeindruckenden Auftritts gemeinsam auf und vor der Bühne – und hinterher im Publikum beim Auftritt von Namika.

Gegen 21.50 Uhr begann dann das Konzert, für das sich wohl ein Großteil des teils sehr jungen Publikums zu dieser späten Stunde im Göttinger Wald versammelt hatte: Namika und ihre Band spielten deutschsprachigen Pop und Hiphop, brachten den Park, oder besser: das Publikum, in Bewegung. Namika hatte Spaß und der kam rüber. Musik, die in den Wald und die herrlich-lockere Atmosphäre passte. Schön: viele ganz junge Musikfans, deren Eltern und deutlich ältere KWP-Stammbesucher groovten zusammen zum Namika-Sound, hörten auch Aussagen wie: „Wir sind alle nur Menschen.“ Auch Namika hat einen Migrationshintergrund und setzt sich für Integration ein.

Open-Air im Kaiser-Wilhelm-Park

Noch lange nach dem Konzert warteten viele junge Fans am Rande der Bühne und hofften auf ein Autogramm oder ein Selfie mit Namika. Doch sie wurden enttäuscht: Die Sängerin kam nicht und ließ nach drängenden Nachfragen ausrichten, dass sie keine Autogramme geben würde.

Als mit Meute die letzte Band des ersten Festivalabends gegen 23.30 Uhr ihren etwas über einstündigen Auftritt startete, hatte sich das Gelände bereits merklich gelehrt.

Wer geblieben war, erlebte nun ein Dutzend Musiker mit Blas- und Schlaginstrumenten, die House und Techno live auf die Bühne brachten. Mitreißende, teils hypnotische Tanzrhythmen, Saxophon- und Xylophoneinsätze sowie dröhnende Beats sorgten für Erschütterungen des Waldbodens, die auch in der Göttinger Erdbebenwarte nicht unbemerkt geblieben sind.

Da konnten viele im Publikum die Füße kaum stillhalten, und entsprechend drängte sich das tanzwütige Publikum nur direkt vor der Bühne, auch auf den höherliegenden malerisch beleuchteten Terrassen wurde getanzt und gewippt. Höhepunkt und Abschluss des Meute-Konzerts war eine Interpretation von Deichkinds Partyhit „Remmidemmi“.

Heute geht es weiter

• Samstag, 20. August: Einlass ab 19 Uhr: ab 19.30 Uhr Bandcontest-Rock--am-Kaufpark-Gewinner „Better Than“; QuerBeat-Band; SAGA und am Ende Fatcat.

• Karten: ab 19 Uhr an der Abendkasse. Für Kinder bis Ende des 14. Lebensjahres ist der Eintritt in Begleitung eines Erwachsenen frei.

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