Praxisnähe

Labor für Göttinger Jura-Studenten: Training im Übungs-Gerichtssaal

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Aktion: Das Theater im OP zeigte anlässlich der Einweihung des neuen Gerichtslabors der juristischen Fakultät eine Szene aus dem neuen Stück „mal wieder Grimm“.

Göttingen. Die juristische Fakultät der Universität Göttingen hat am Mittwoch einen neu eingerichteten Übungsraum mit Gerichtsatmosphäre eingeweiht.

Eine erhöhte Richterbank, Pulte für Anklage und Verteidigung, ein Zeugenstand und modernste Technik für die Aufzeichnung, Wiedergabe und Übertragung im Internet: Das neue Gerichtslabor, das in Aufbau und Möblierung einem typischen Gerichtssaal gleicht, bietet alles, um Studierende frühzeitig an die Atmosphäre dort heranzuführen.

„Es ist für mich eine große Freude, als eine meiner letzten Amtshandlungen diesen Raum seiner Bestimmung übergeben zu dürfen“, sagte der scheidende Dekan der juristischen Fakultät, Prof. Torsten Körber. „Dieses Gerichtslabor wird nachhaltig zur praxisorientierten Ausbildung von Juristen beitragen.“

Ziel: Besser lernen

Als eine „wichtige Art des Unterrichts, in der man sicher noch besser lernt als in der trockenen Atmosphäre eines normalen Unterrichtsraumes“ lobte Universitätspräsidentin Prof. Ulrike Beisiegel die Vorstellung, dass Lehrende im neuen Gerichtslabor ihr Wissen praxisnah weitergeben werden.

„Viele Menschen dürften sagen, dass dies endlich einmal etwas Innovatives ist von den Juristen, die ansonsten ja eher als konservativ gelten“, scherzte Fakultätsreferent Dr. Georg Lemmer, der das 150 000 Euro teure Projekt von Beginn an begleitet hatte und maßgeblich an der Umsetzung beteiligt gewesen war. „Dieser Raum ermöglicht es, das Recht greifbar und begreifbar zu machen.“ Die Bezeichnung Gerichtslabor bat er die anwesenden Studenten bewusst zu verstehen als Möglichkeit, sich selbst hier auszuprobieren. Lemmers Dank ging an das Uni-Präsidium und den Fakultätsrat, die den Raum finanziert und „so großartig ausgestattet“ hätten.

Neben praxisnahen Lehrveranstaltungen soll im Gerichtslabor auch die Vorbereitung auf Wettbewerbe wie Moot Courts stattfinden, in denen Jurastudenten in einem Planspiel rechtliche Fragen lösen müssen. Außerdem steht der neue Raum auch anderen Fakultäten zur Verfügung. 

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