Krisengespräch mit allen Beteiligten

Lage am Party-Campus in Göttingen wird beobachtet – Stadt will Lärmvorschriften durchsetzen

Der Platz der Göttingern Sieben - Zentraler Campus der Uni Göttingen nach einem Wochenende. Zurück bleibt danach viel Müll.
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Der Platz der Göttingern Sieben - Zentraler Campus der Uni Göttingen nach einem Wochenende. Zurück bleibt danach viel Müll.

Die Party-Meile Campus brachte am Freitag auch Experten von Stadt, Polizei, Prävention und Universität zusammen. In einem wichtigen Krisengespräch habe man konstruktiv über die ausufernden Feiern mit tausenden Menschen an Wochenenden auf dem zentralen Campus der Universität gesprochen.

Göttingen – Das berichteten Beteiligte wie Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und Ordnungsdezernent Christian Schmetz.

Es gab auch konkrete Beschlüsse. So will die Stadtverwaltung prüfen, wie man der Universität auf deren Gelände beim Großreinemachen nach den Party-Wochenenden unbürokratisch aber wirksam helfen könne. Mehrere tausend Euro muss das Gebäudemanagement der Uni für das Reinigen und Entsorgen von Müll, Unrat und Flaschen allwöchentlich aufbringen. Eventuell könnten die Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) mit Gerät und Personal helfen.

Aus Sicht der Ordnungsbehörde begrüßt Dezernent Christian Schmetz das Treffen und habe daraus Schlüsse gezogen. Konkret werde man prüfen, ob man prüfen, ob kräftige Bluetooth Boxen, die für laute Musik sorgen, nicht aufgrund von bestehenden rechtlichen Möglichkeiten nach 22 Uhr für eine Zeit lang einziehen, also beschlagnahmen könnte. Eine solche Maßnahme würde dann für alle Plätze, wo sich viele Open-Air-Feiernde treffen, gelten, wie Schmetz sagt.

„Wir haben unterschiedliche Toleranzschwellen an unterschiedlichen Orten“, ergänzt Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler. Der Campus sei deshalb diesbezüglich eher abgegrenzt, mit wenig Wohnbebauung im Umfeld. Im Gegensatz dazu Wilhelms- oder Albaniplatz in der Altstadt, „wo Lautstärke natürlich stärker belastend wirkt“, wie Köhler sagt.

Für ihn gehe es darum, „dass wir die Situation am Campus weiter beobachten, vor allem, damit es nicht ausufert.“ Die Aufräumarbeiten nach den Wochenenden seien umfangreich, so Köhler, der der Uni dabei auch unbürokratische Hilfe anbietet: „Wenn die Uni uns bittet, können wir immer darüber reden.“ Froh ist Köhler, dass die Universität den Feiernden entgegenkommt, auch die Toiletten im Zentralen Hörsaal-Gebäude geöffnet hat. „Für diese Schritte bin ich der Universität und Präsident Metin Tolan dankbar.“ Die Uni hat mehrere Wünsche an die Party-Gäste auf dem Campus.

Von Verboten spricht der Oberbürgermeister jedenfalls nicht. Dass junge Menschen draußen feiern wollen, sei normal. Es gehe darum, alles im Griff zu halten.

Dass Auswüchse, wie das Vermüllen des Platzes der Göttinger Sieben, gar nicht erst entstehen, dafür will sich Christian Schmetz einsetzen. „Wir werden wieder mehr präventiv unterwegs sein, bereits am Nachmittag oder frühen Abend mit Mitarbeitern die jungen Menschen, die abends dort feiern wollen, ansprechen.“ Personell werden sich dafür Möglichkeiten ergeben, weil der Ordnungsdienst zurzeit weniger Corona-Quarantäne-Kontrollen machen muss.

An diesem Wochenende rechnen der Oberbürgermeister und sein Ordnungsdezernent jedenfalls mit einer kleineren Schar der Campus-Feiernden. „Bei Nässe geht man nicht raus oder woanders hin“, sagt der erfahrene Göttingen-Kenner Köhler, der trotzdem klar stellt: „Wir müssen die Lage im Auge behalten und werden sie im Auge behalten.“ (Thomas Kopietz)

Diese Wünsche hat die Uni Göttingen an die Partygäste auf dem Campus

  • Achten Sie auf sich und aufeinander!
  • Bitte feiern Sie ausgiebig, aber vermeiden Sie hierbei übermäßigen Alkoholgenuss.
  • Nutzen Sie Toiletten am Zentralen Hörsaalgebäude (geöffnet von 20 bis 3 Uhr), Müll- und Glascontainer (Pfand gehört daneben!)
  • Das Betreten der Universitätsgebäude (mit Ausnahme der Toiletten im ZHG) ist für Besucherinnen und Besucher untersagt. Bitte beachten Sie, dass zumindest in den Abendstunden in den Häusern (besonders der Staats- und Universitätsbibliothek) noch gearbeitet wird und respektieren Sie diese Tätigkeiten.
  • Grillen und Feuerwerkskörper sind verboten.
  • Musik in Maßen ist okay. Lassen Sie zu große oder zu laute Anlagen bitte zu Hause.
  • Beachten Sie die Corona-Richtlinien des Landes: in öffentlichen Räumen draußen (kein Abstand, keine Mund-Nasen-Bedeckung) maximal 50 Personen. Weitere Infos gibt es hier.

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