Geld für Intensiv-Module

Land gibt grünes Licht für Ausbau der Göttinger Intensivmedizin

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Hier entstehen Gebäude für die Intensivmedizin: An der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) wird zwischen den Bettenhäusern I und II Gebäude in Modulbauweise entstehen. Sie sollen zusätzliche Kapazitäten für die Intensivmedizin und Kinderintensivmedizin bieten. Kosten: gut 26 Millionen Euro.

Auf dieses Signal hatte der Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen lange (UMG) gewartet: Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (MWK) hat für den Ausbau der Intensivmedizin an der Uni-Klinik zwölf Millionen Euro im zweiten Nachtragshaushalt 2020 vorgesehen, der noch vom Landtag genehmigt werden muss.

Göttingen – Die zwölf Millionen Euro fehlen der UMG für einen Neubau in Modulbauweise, der zwischen Bettenhaus I und II entstehen soll. Insgesamt sind für diese Erweiterung der Intensivmedizin 26,6 Millionen Euro veranschlagt worden.

UMG-Vorstandssprecher Prof. Dr. Wolfgang Brück freut sich nun, dass die Teilfinanzierung aus Hannover kommt. Die Planung stehe, der Platz sei vorhanden und der Modulbau könne möglicherweise schon „im zweiten Quartal 2021 stehen“.

Geld für UMG aus Hannover: Vorbereitung auf nächste Welle

Die vergangenen Monate hätten gezeigt, „wie enorm wichtig der Ausbau der intensivmedizinischen Kapazitäten an der UMG für Göttingen und die Region ist“. Mit dem Modulgebäude Intensivmedizin würden auch die Voraussetzungen geschaffen, „künftigen Ansprüchen aus einer möglichen nächsten Welle der Corona-Pandemie gerecht werden zu können“.

Denn die Kliniken müssen aktuell noch ein Fünftel der Intensivbetten-Kapazität für Corona-Fälle freihalten. Aufgrund der zuvor noch größeren Frei-Reserven für Corona-Patienten sei die UMG an die Grenzen der Intensivmedizinkapazitäten gekommen – auf dem Höhepunkt der ersten Infektionswelle vor allem in den Bereichen Unfall-, Herz- und Neurochirurgie. Schwere Fälle wurden allesamt versorgt.

Geld für UMG aus Hannover: Notwenig für Kinderintensivmedizin

„Mit dieser Investition optimieren wir die Versorgung von Intensivpatienten in Südniedersachsen“, sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU).

Prof. Dr. Wolfgang BrückUMG-Vorstandssprecher

Notwendig ist die Erweiterung auch, weil Räume und Betten in der Kinderintensivmedizin der UMG fehlen, und der Vorstand seit Jahren nach einer Lösung sucht. „Wir brauchen diese Erweiterung der Kinderintensivmedizin dringend, sie ist unumgänglich“, sagte Wolfgang Brück gegenüber unserer Zeitung. So könnte das Intensivmedizin-Modulgebäude später diese Lücke schließen: Es wäre laut Brück „über einen schnellen Umbau“ für die Kinderintensivmedizin nutzbar.

Geld für UMG aus Hannover: Jetzt muss auch der Neubau kommen

Das Bauvorhaben Intensivmedizin-Module steht nicht in Zusammenhang mit dem kompletten Neubau, dessen Start kürzlich erneut vertagt worden war, das das Land eine Neuplanung des ersten Bauabschnitts fordert. Der gesamte Klinikkomplex soll etwa Mitte der 2030er-Jahre fertig sein. Noch ist aber nicht viel geschehen, die Baugrube vor dem Bettenhaus I wird vorerst weiter ein unbebautes Loch bleiben – zum Unmut vieler UMG-Mitarbeiter.

Unterstützung erhält die UMG durch die Fraktion der Grünen im Stadtrat. Sie fordert: „Der UMG Neubau muss kommen – nicht irgendwann, sondern zeitnah. Jetzt als Interimslösung für die Betten der Intensivmedizin und später die Kinder-Intensivstation Gelder für ein Modulgebäude bereitzustellen, ist wichtig. Es muss dennoch klar sein: Auch der Neubau der UMG darf nicht verzögert werden“, sagt Dagmar Sakowsky, die ohne einen Neubau einen „kaum zu verkraftenden strukturellen und wirtschaftlichen Abschwung für die gesamt Region Südniedersachsen erwartet. 

Geld für UMG aus Hannover: "Klares Bekenntnis"

So drohten dann Arbeitsplatzabbau, Fachkräfteabwanderung – auch in der Forschung – und eine Schwächung der Gesundheitsregion sowie des gesamten Forschungs- und Wirtschaftsstandortes.

Der Göttinger CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler sieht in der Geldzusage aus Hannover noch mehr: „Die Mittelbereitstellung ist ein klares Bekenntnis zur UMG und allen zukünftigen Pläne.“

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